Am 20.09.2022 erscheint ein neues Buch über unser Thema mit dem Titel „Der Sieg über den Tod: Die wissenschaftliche Möglichkeit, ewig zu leben, und ihre moralische Rechtfertigung“ von Dr. José Cordeiro und David Wood.

Hier gibt es schonmal die Vorworte von Dr. José Cordeiro, David Wood und Dr. Aubrey de Grey und den Epilog von Prof. Dr. Björn Schumacher Direktor des Instituts für Genomstabilität in Alterung und Erkrankung am CECAD Exzellenzcluster für Alternsforschung, Universität zu Köln.

VORWORT ZUR DEUTSCHEN AUSGABE

Und so, nachdem ich mir den Scherz erlaubt, dem eine Stelle zu gönnen, in diesem durchweg zweideutigen Leben kaum irgend ein Blatt zu ernsthaft seyn kann, gebe ich mit innigem Ernst das Buch hin, in der Zuversicht, daß es früh oder spät diejenigen erreichen wird, an welche es allein gerichtet seyn kann, und übrigens gelassen darin ergeben, daß auch ihm in vollem Maaße das Schicksal werde, welches in jeder Erkenntniß, also um so mehr in der wichtigsten, allezeit der Wahrheit zu Theil ward, der nur ein kurzes Siegesfest beschieden ist, zwischen den beiden langen Zeiträumen, wo sie als paradox verdammt und als trivial geringgeschätzt wird. Auch pflegt das erstere Schicksal ihren Urheber mitzutreffen. Aber das Leben ist kurz und die Wahrheit wirkt ferne und lebt lange: sagen wir die Wahrheit.    Arthur Schopenhauer, 1819
Wir leben derzeit in einer historischen Krise, die eine gegenwärtige Gefahr, aber auch eine zukünftige Chance darstellt. Unabhängig davon, wo die Covid-19-Krise ihren Ursprung hat, ist sie ein globales Problem und erfordert eine globale Lösung. Diese unerwartete Krise kann eine fantastische Gelegenheit sein, um als eine globale Familie auf unserem kleinen Planeten gemeinsam voranzukommen, wenn wir uns zusammen unserem gemeinsamen Feind stellen. Covid-19 ist eine der schlimmsten Pandemien seit etwa einem Jahrhundert, als an der Spanischen Grippe von 1918–1920 schätzungsweise 50 (einige Historiker behaupten sogar bis zu 100) Millionen Menschen an diesem Virus starben. Das war eine unglaubliche menschliche Tragödie: 100 Millionen Menschen bei einer damaligen Weltbevölkerung von etwa zwei Milliarden Einwohnern; in der Tat starben mehr Menschen an der Spanischen Grippe als im Ersten oder sogar im Zweiten Weltkrieg. Heute sind wir dank des exponentiellen Fortschritts von Wissenschaft und Technik glücklicherweise viel besser darauf vorbereitet, diese globale Krise zu lösen. In diesem großen planetarischen Krieg gegen das kleine neue Coronavirus, einschließlich seiner möglichen Mutationen, sind viele öffentliche und private Antworten erschienen. Regierungen, große Unternehmen, kleine Start-ups, Universitäten und sogar Einzelpersonen arbeiteten mühsam daran, herauszufinden, wie man Covid-19 kontrollieren, heilen und ausrotten kann. Wie bei den meisten Krisen sind die Kosten anfangs immens, aber sie amortisieren sich schnell durch die Massenproduktion der besten Behandlungen auf dem ganzen Planeten. Ein weiterer historischer Hinweis: Als HIV und AIDS auftraten, dauerte es mehr als zwei Jahre, bis das Virus sequenziert war, und es gab noch mehrere Jahre lang keine Behandlungsmöglichkeiten. AIDS galt sogar als die ultimative Krankheit, weil sie das Immunsystem selbst zerstört und somit im Grunde ein Todesurteil darstellte, aus dem es kein Entrinnen gab. Nach jahrelanger internationaler Forschung wurden die ersten Therapien zur Bekämpfung von HIV entwickelt, die jedoch jeweils Millionen von US-Dollar kosteten. Heute hingegen wird HIV als chronische Krankheit behandelt, und antivirale Medikamente kosten in reicheren Ländern Hunderte von Dollar, in ärmeren Ländern wie Indien dagegen nur einige Dutzend Dollar. Erfreulicherweise ist es auch sehr wahrscheinlich, dass in diesem Jahrzehnt endlich ein Impfstoff entwickelt wird, der HIV heilen und endgültig besiegen kann. Auch wenn es in diesen Krisenzeiten schwer zu glauben ist: Dank der großen exponentiellen Fortschritte in Wissenschaft und Technik wurden die ersten antiviralen Mittel und die ersten Impfstoffe in nur wenigen Monaten entwickelt, obwohl die Entwicklung von Impfstoffen noch bis vor Kurzem in der Regel fünf bis zehn Jahre gedauert hat. So wird die schreckliche Pandemie dieses Coronavirus in der Zukunft wohl in Erinnerung bleiben, weil sie so schnell wie nie zuvor überwunden wurde. Covid-19 wird zu einer großen Lektion für die Menschheit. Die Pandemie hat gezeigt, dass wir zusammenarbeiten müssen, denn globale Probleme erfordern globale Lösungen. In der Zukunft wird es neue Pandemien geben, aber wir werden besser darauf vorbereitet sein, sie dank der exponentiellen Technologien schnell zu überwinden. Es ist möglich, dass wir das nächste pandemische Virus in nur zwei Tagen sequenzieren, und das übernächste vielleicht in zwei Stunden, und nicht in zwei Wochen wie jetzt bei Covid-19, in zwei Monaten bei SARS vor zwei Jahrzehnten oder in mehr als zwei Jahren bei AIDS vor vier Jahrzehnten.Nicht nur die Zeiten für die Bekämpfung dieser Krankheiten werden exponentiell verkürzt, sondern auch die Kosten sinken drastisch. Die Welt wird besser auf neue Pandemien und neue globale Herausforderungen wie Klimawandel, Kriege, Terrorismus, Erdbeben und Tsunamis, Meteoriten und weitere Bedrohungen aus dem Weltraum sowie viele andere künftige Herausforderungen vorbereitet sein. Und hoffentlich wird dies die letzte große Pandemie sein, unter der die gesamte Menschheit leidet! Covid-19 ist eine der jüngsten Bedrohungen für die Menschheit, aber die größten Feinde von allen sind Alterung und Tod. Langlebigkeit gilt seit Langem als eine der großen Segnungen des Lebens, und jetzt haben wir zum ersten Mal in der Geschichte die Möglichkeit, Alterung und Tod zu besiegen. In mehreren Ländern hat die Diskussion darüber begonnen, ob das Altern endlich als Krankheit, aber als heilbare Krankheit angesehen werden kann. Befürworter der Langlebigkeit sind unter anderem in Australien, Belgien, Brasilien, Deutschland, Israel, Russland, Singapur, Spanien, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten von Amerika aktiv geworden. Welches Land wird das erste sein, das das Altern offiziell zu einer Krankheit erklärt? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat seit 2018 damit begonnen, altersbedingte Krankheiten anzuerkennen, aber nicht das Altern selbst als Krankheit. Welches Land wird nun die Führung übernehmen und damit beginnen, das Altern als heilbare Krankheit zu behandeln? Weltweit gibt es bereits mehr Menschen über 65 Jahre als Kinder unter fünf Jahren, und dieser Trend wird sich fortsetzen. Darüber hinaus wird die Bevölkerung in vielen Ländern schrumpfen, wie es zum Beispiel in Japan und Russland bereits der Fall ist. Einer neuen Studie zufolge, die in der angesehenen britischen Gesundheitszeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, könnte die Bevölkerung Chinas bis zum Jahr 2100 um die Hälfte auf etwa 732 Millionen Menschen zurückgehen. Auch für andere Länder wie Deutschland, Italien, Japan, Russland und Spanien wird ein dramatischer Rückgang prognostiziert. Und während viele wohlhabende Länder reich wurden, bevor sie alt wurden, wird die Türkei alt, bevor sie reich wird. Die Folgen werden dramatisch sein, wenn die Türkei nicht schon heute etwas gegen den Rückgang und die Überalterung der Bevölkerung unternimmt. Das Gleiche wird in immer mehr Ländern geschehen. Es wird geschätzt, dass Covid-19 die Menschheit während der derzeitigen Krise über 11 Billionen US-Dollar an BIP kosten könnte, dass aber künftige ähnliche Pandemien in diesem Jahrzehnt durch jährliche Investitionen von 26 Milliarden US-Dollar vermieden werden können, so eine aktuelle Studie in der angesehenen amerikanischen Zeitschrift Science. Die Kosten für die medizinische Versorgung belaufen sich weltweit bereits auf etwa 10 Prozent des globalen BIP, und sie steigen schnell an, was zum Teil auf die alternde Gesellschaft zurückzuführen ist. Überlegen wir uns nun, wie viel das Altern die Gesellschaft kostet und wie viel wir einsparen könnten, wenn wir das Altern verhindern. Dies sind einige der Ideen, die hinter der Initiative »Langlebigkeitsdividende« stehen und die auch in diesem Buch erläutert werden. Wir werden also nicht nur Billionen von Dollar sparen, wenn wir das Altern heilen, sondern wir werden auch unglaubliches Leid und Schmerzen für die alternden Menschen selbst, ihre Familien und ihre Gesellschaften vermeiden.
Covid-19 könnte uns helfen zu erkennen, dass es nichts Wichtigeres gibt als Gesundheit und dass das erste Menschenrecht das Recht auf Leben ist. Die Welt hat sich gegen diese globale Pandemie zusammengeschlossen, die die größte Impfkampagne in der Geschichte ausgelöst hat, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, nachdem in nur einem Jahr mehr als neun Milliarden Impfstoff-Dosen hergestellt wurden. Neue mRNA-Impfstoffe werden jetzt gegen viele Krebsarten, Malaria und HIV entwickelt, drei völlig unabhängige Krankheiten. Was vorher unmöglich schien, ist jetzt möglich geworden. Hoffentlich bietet diese Krise auch die Gelegenheit, endlich mehr Mittel für die Heilung der Mutter aller Krankheiten bereitzustellen: das Altern selbst. Können wir endlich den lang gehegten Traum der Menschheit von der »Unsterblichkeit« erfüllen? Dies ist die beste Gelegenheit zum Handeln, die Zeit ist jetzt, der Ort ist hier, wer wird den Weg weisen?

José Cordeiro, PhD
David Wood, ScD

VORWORT

Das Altern respektiert, wie das Wetter, keine nationalen oder ethnischen Grenzen. Es betrifft alle Menschen mehr oder weniger gleich. Es wird viel über die Ungleichheiten gesprochen, die in dieser Hinsicht bestehen: Zum Beispiel, dass die Vereinigten Staaten zwar das Land sind, das pro Kopf am meisten für Gesundheit ausgibt, aber nicht einmal in der Gruppe der 30 Länder mit der höchsten Lebenserwartung vorkommt. Diese Statistiken sollten uns jedoch nicht täuschen, denn die Unterschiede sind zahlenmäßig gering: Die Lebenserwartung in den Vereinigten Staaten ist nur fünf Jahre niedriger als die in Japan. Es ist wichtig, dass der Kreuzzug gegen das Altern keine Grenzen kennt. Die ganze Welt muss sich zusammentun und größte Anstrengungen unternehmen, um dieses Problem zu lösen, denn es ist die größte Herausforderung für die Menschheit. Das Alter tötet viel mehr Menschen als alles andere. Altern ist für mehr als 70 Prozent der Todesfälle verantwortlich, und den meisten dieser Tode geht unsagbares Leid voraus, sowohl bei den alten Menschen als auch bei ihren Angehörigen. Leider stellt sich der »Krieg gegen das Altern« noch nicht dieser Herausforderung. Er gewinnt in der englischsprachigen Welt beträchtlich an Schwung, wobei sich die größten Anstrengungen im Silicon Valley konzentrieren, aber auch im Rest der USA sowie in Großbritannien, Kanada und Australien Zentren entstehen. Deutschland rückt ebenfalls in den Vordergrund, ebenso wie Russland, Singapur, Südkorea und Israel. Andere Teile der Welt sind jedoch viel langsamer darin, dieses Feld zu erobern. Besonders besorgniserregend ist Asien, dessen bevölkerungsreichere Länder offenbar ernsthafte Schwierigkeiten haben, zu verstehen, dass Altern ein medizinisches Problem ist, und noch mehr, dass es ein lösbares Problem ist. Der Sieg über den Tod ist ein visionäres Buch, das uns mit der schrecklichen Realität des Alterns konfrontiert, und seine Autoren sind Kenner des Themas. In den vergangenen Jahren hat José Cordeiro dazu beigetragen, den Krieg gegen das Altern in vielen Teilen der Welt bekannt zu machen, aber sein Hauptaugenmerk lag, völlig zu Recht, auf den spanisch- und portugiesischsprachigen Ländern. José war nicht nur deshalb sehr erfolgreich, weil er selbst sowohl Spanier als auch Lateinamerikaner ist (geboren in Venezuela von spanischen Eltern), sondern auch, weil das Interesse für den Kampf gegen das Altern in Spanien und Lateinamerika, soweit ich sehen
kann, zunimmt. Der Co-Autor dieses Buches ist der britische Technologe David Wood, ein weiterer bekannter Anti-Aging-Verfechter, der eine andere, aber ergänzende Perspektive einbringt. David hat die britische Techno-Visionärswelt mit seiner Arbeit als Leiter mehrerer Organisationen in London verändert. Es ist schwer, sich eine mächtigere Partnerschaft vorzustellen, um einem Buch über das Altern und dessen (hoffentlich baldige!) Niederlage die nötige Autorität zu verleihen. Angesichts ihrer umfangreichen internationalen Erfahrung gibt es keine besseren Autoren als José und David, um die Sache der Langlebigkeit weltweit voranzutreiben. Sie sind seit vielen Jahren in die Anti-Aging-Mission eingetaucht und daher außergewöhnlich gut informiert, nicht nur über die Wissenschaft der Anti-Aging-Forschung und ihre neuesten Fortschritte, sondern auch über die irrationalen Bedenken und Kritiken, die sich dieser Mission so oft entgegenstellen. José und David kennen die besten Antworten, um Kritiker zu widerlegen und mehr Menschen von den Vorteilen einer radikalen Lebensverlängerung zu überzeugen.
Die erste Ausgabe dieses Buches erschien auf Spanisch (La Muerte de la Muerte, Editorial Planeta, 2018) und wurde schnell zu einem Bestseller, zuerst in Spanien und dann in mehreren lateinamerikanischen Ländern. Die zweite Auflage war auf Portugiesisch (A Morte da Morte, LVM Editora, 2019) und wurde ebenfalls ein Bestseller, zuerst in Brasilien und später in Portugal. Nun erscheint Der Sieg über den Tod in einer aktualisierten Fassung auf Deutsch und in mehreren weiteren Sprachen, darunter Englisch, Koreanisch und Russisch. Basierend auf seinem bisherigen Erfolg wird es sicherlich weiterhin die Welt revolutionieren.
Ich bin überzeugt, dass dieses Buch im kommenden Jahrzehnt eine wichtige Rolle im Kampf gegen das Altern spielen wird. Ich glaube auch, dass die maßgebliche und erschöpfende Beschreibung dieses Kampfes, die José und David in diesem hervorragenden Buch liefern, diesen Prozess beschleunigen wird. Auf geht’s!

Aubrey de Grey, Mitautor von Ending Aging und Mitbegründer der SENS Research Foundation

EPILOG

Der Sieg über den Tod ist ein visionäres Werk zur menschlichen Unsterblichkeit. Die Gewissheit um den eigenen Tod und die Suche nach Unsterblichkeit durchzieht die Geschichte der Menschheit wie kaum ein anderes Thema. Schon das erste Epos der Menschheit, das Gilgamesch, the matisiert die Suche des mesopotamischen Königs nach dem Elixier der Un sterblichkeit, die ihn an den Rand der Welt bringt und doch hoffnungslos bleiben lässt. Auch der erste Kaiser von China, Qin Shihuangdi, fürchtete sich vor keinem seiner Feinde so sehr wie vor dem eigenen Tod und erlag vermutlich dem quecksilberhaltigen »Unsterblichkeitselixier« seiner Ärzte. Auch in diversen Religionen wird Unsterblichkeit in dieser oder anderer Form in Aussicht gestellt. Nun aber stellen die Autoren José Cordeiro und David Wood die Frage nach der Unsterblichkeit in einer neuen Ära. Dabei schöpfen sie aus ihren komplementären Expertisen als Ingenieur und Technologieentwickler. Sie beleuchten das Thema unter verschiedenen Perspektiven, technologisch, biologisch, medizinisch, ökonomisch, sozial und ethisch. Dabei kommen sie zu dem eindeutigen Urteil, dass Unsterblichkeit nicht nur wünschens wert, sondern auch gerecht ist. Dass die Zeit reif für ein solches Buch ist, belegt der fulminante Erfolg des spanischen Titels La Muerte de la Muerte, das bislang ins Portugiesische (A Morte da Morte) und Französische (La Mort de la Mort) übersetzt wurde. Denn das Buch bietet nicht nur die Ar gumente der Autoren für die Unsterblichkeit des Menschen, sondern gibt auch jenen, die zweifeln, Denkanstöße. Das historische Thema des menschlichen Strebens nach Unsterblich keit geht dabei von einem traditionell eher philosophischen Konzept zu einer technologischen Fragestellung über. Denn der moderne Mensch stirbt nicht mehr an Infektionen und seiner Umwelt einen frühen Tod, sondern an seinem eigenen Alterungsprozess. Die Lebenserwartung hat sich nunmehr verdoppelt. Heute Geborene haben auf durchschnittlich acht Le bensjahrzehnte zu hoffen. Das bedeutet auch, ein erheblicher Teil wird es bis hundert schaffen. Aber werden sie in Gesundheit oder in Krankheit le ben? In der Medizin vollzieht sich derzeit ein Paradigmenwechsel. Stand bislang die Behandlung der chronischen Krankheiten des Alters, seien es Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz oder Krebs, im Mittelpunkt, so zeichnet sich nun die Erhaltung der Gesundheit und die Verhinderung al tersbedingter Krankheiten ab. Dieser Paradigmenwechsel ist unausweich lich, denn schon heute sind die Kosten des demografischen Wandels im mens. Denn solange Altern fast unausweichlich mit chronischer Krankheit verbunden ist, wird es belastend sein, für den Einzelnen wie für die Gesell schaft. Bereits ein kleiner Zugewinn an gesunder Lebensspanne kann die Zahl der schweren Erkrankungen massiv senken. Deshalb ist es von zent raler Bedeutung, den biologischen Alterungsprozess zu verstehen und auf zuhalten. Derzeit sprießen weltweit Institute für Alternsforschung hervor und im Wochentakt gehen neue Biotechnologieunternehmen an den Start. Denn der Alterungsprozess ist komplex, die Erhaltung der Körperfunktionen ist von einer Vielzahl an Reparatursystemen und Mechanismen zur Regenera tion abhängig. Nur sehr langsam wachen Pharmaunternehmen, regulatori sche Behörden und politische Entscheidungsträger auf. Die Investitionen in die Gesunderhaltung machen sich vielfach bezahlt. Die Autoren denken den wissenschaftlichen und technologischen Fort schritt konsequent weiter. Dementsprechend ist nicht linearer, sondern vielmehr exponentieller Zugewinn von Wissen und Anwendung zu erwar ten. Erkenntnisse der Mechanismen, die dem Alterungsprozess zugrunde liegen, gepaart mit technologischer Umsetzung werden das menschliche Leben transformieren. Cordeiro und Wood argumentieren passioniert da für, Grenzen zu überwinden und den Wert des menschlichen Lebens kon sequent weiterzudenken. Für das gesunde menschliche Leben die zeitliche Begrenzung aufzuheben, ist die Vision dieses Buches. Dieses Buch sollte Inspiration bieten, in ein Zeitalter der menschlichen Gesundheit aufzubrechen. Die Vielseitigkeit der Argumente bietet Stoff zum Nachdenken und Diskutieren. Das sprichwörtlich älteste Thema des Menschen wird nun zum Thema unserer Zeit und sollte jedem einen Denkanstoß geben.

Prof. Dr. Björn Schumacher Direktor des Instituts für Genomstabilität in Alterung und Erkrankung am CECAD Exzellenzcluster für Alternsforschung, Universität zu Köln