Ungleichverteilung | Ungerechtigkeit

Könnten sich diese zukünftige Medizin nicht nur die Reichen leisten?

Wie bei jeder neuen Technologie wird auch hier die allererste Generation dieser Behandlungen teuer sein. Die erste Sequenzierung eines menschlichen Genoms kostete 100 Millionen Dollar. Heute kostet sie nur noch ein paar hundert Dollar.⁸ Doch die Sorge, dass Verjüngungstherapien dauerhaft ein Luxus für Milliardäre bleiben werden, wird durch grundlegende wirtschaftliche Prinzipien widerlegt.

Ausschließlich an Superreiche zu verkaufen, ist ein denkbar schlechtes Geschäftsmodell. Es gibt schlichtweg nicht genug Milliardäre auf der Welt, um den Gewinn zu maximieren. Der wahre Markt für die Bekämpfung des Alterns umfasst jeden lebenden Menschen. Sobald man die Produktion hochfährt, um einen globalen Massenmarkt zu bedienen, sinken die Stückkosten drastisch – genau wie es bei Computern, Solarmodulen und Smartphones der Fall war.

Die ultimative Garantie für einen universellen Zugang sind jedoch staatliche Anreize. Der geistige und körperliche Verfall älterer Menschen ist derzeit die größte finanzielle Belastung für die Weltwirtschaft. Die Finanzierung jahrzehntelanger Pflege, die Behandlung chronischer Krankheiten sowie der Verlust von Patienten und deren pflegenden Angehörigen aus dem Erwerbsleben kosten die Staaten jährlich Billionen von Dollar.⁹ Da sich die globale Demografie in Richtung einer alternden Bevölkerung verschiebt, werden Länder, die keine präventiven Maßnahmen ergreifen, schlichtweg bankrott gehen.

Für einen Staat ist es weitaus günstiger, Medizin zu subventionieren, die seine Bürger gesund und produktiv hält, als 20 Jahre Pflege zu finanzieren. Verjüngungstherapien werden daher dieselbe Rolle einnehmen wie sauberes Trinkwasser, Antibiotika oder Grundbildung: die einer unverzichtbaren öffentlichen Infrastruktur, die sich selbst finanziert.

 


 

Externe Links zum Thema Ungleichverteilung (alle auf Englisch)

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