Wahlprogramm der Partei für Verjüngungsforschung für die Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026
Das Ziel: The Länd lebt länger.
Für den Ausbau Baden-Württembergs zum weltweiten Zentrum der Verjüngungsmedizin.
Wir wollen die Entwicklung von Verjüngungstherapien beschleunigen, die die Schäden des Alterns reparieren, sodass Menschen potenziell unbegrenzt lange gesund leben können.1 Dafür treten wir bei der Landtagswahl an. Alterskrankheiten wie Krebs, Alzheimer und Herzinfarkt sowie der altersbedingte Tod wären damit kein unausweichliches Schicksal mehr.
Unsere Kernforderung: 10% für das Leben
Wir fordern, dass 10% des Landeshaushalts von Baden-Württemberg (ca. 6 Milliarden Euro jährlich) zusätzlich in die Verjüngungsforschung investiert werden.
Mit diesen Mitteln soll Baden-Württemberg zum Silicon Valley der Langlebigkeit ausgebaut werden:
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- Bau neuer staatlicher Großforschungseinrichtungen, spezialisiert auf Therapien gegen die unterschiedlichen Schäden des Alterns (Reparaturansatz).
- Massiver Ausbau der Universitäten und Ausbildungsmöglichkeiten (Heidelberg, Tübingen, Freiburg, Ulm etc.) in den Fachbereichen Biochemie, Biomedizin, Molekularbiologie, Bioinformatik und Medizin sowie in angrenzenden Lebens-, Daten- und Ingenieurwissenschaften.
- Beschleunigung der Forschung durch unbürokratische Datennutzung und erleichterten Zugang zu klinischen Studien (Vorbild Finnland).
Alle weiteren politischen Themen überlassen wir potenziellen Koalitionspartnern.
Warum Baden-Württemberg? Warum jetzt?
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- Neue Leitindustrie Longevity Baden-Württemberg steht vor einem Strukturwandel. Die Automobilindustrie schwächelt. Wir brauchen eine neue Leitindustrie, die Arbeitsplätze für das nächste Jahrhundert sichert. Die Verjüngungsmedizin gehört zu den größten Märkten der Zukunft: Jeder Mensch auf der Welt altert und benötigt diese Medizin. Wenn wir jetzt investieren, exportieren wir in 20 Jahren nicht nur Autos, sondern auch Lebenszeit. Wir machen „Made in BaWü“ zum Siegel für Gesundheit.
- Wir haben die Infrastruktur Mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, dem Cyber Valley in Tübingen, dem MedTech-Cluster in Tuttlingen und einer weltweit führenden Pharma-Landschaft hat Baden-Württemberg die besten Voraussetzungen, um die Weltmarktführerschaft in der Verjüngungsforschung zu übernehmen. Wir müssen dieses Potenzial nutzen.
- Das humanitäre Argument Jeden Tag sterben in Deutschland tausende Menschen oft qualvoll an Alterskrankheiten. Wir haben die ethische Pflicht, das im Grundgesetz verankerte Recht auf Leben durch moderne Wissenschaft zu schützen.
Der wissenschaftliche Plan: Der Reparaturansatz
Wir setzen nicht auf Symptombekämpfung, sondern auf Ursachenbehebung. Beim Altern entstehen durch den Stoffwechsel molekulare und zelluläre Schäden (z. B. Zellmüll, DNA-Schäden, steife Bindegewebe). Der Reparaturansatz (SENS) zielt darauf ab, diese Schäden zu reparieren, bevor sie zu Krankheiten werden.
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- Durch die Behebung der Schäden wird der Körper biologisch verjüngt.
- Wird die Therapie regelmäßig angewandt, bleibt der Mensch biologisch jung. Dabei profitieren wir von der sogenannten Longevity Escape Velocity (Langlebigkeits-Fluchtgeschwindigkeit): Wir brauchen nicht sofort die perfekte Medizin. Es reicht, wenn die Forschung die Lebenserwartung schneller erhöht, als die Zeit vergeht (mehr als ein Jahr pro Jahr). So gewinnen wir die nötige Zeit, um die Therapien laufend zu verbessern.
- Die Folge: Ein Leben ohne Verfallsdatum, bei voller körperlicher und geistiger Gesundheit.
Dieser Ansatz ist wissenschaftlich etabliert (Publikation „The Hallmarks of Aging“). Während Länder wie die USA (ARPA-H), Saudi-Arabien (Hevolution Foundation) und Singapur bereits staatliche Milliardenbeträge investieren, droht Deutschland den Anschluss an diese Schlüsseltechnologie zu verlieren. Es ist keine Science-Fiction, es ist ein Ingenieursproblem. Und Baden-Württemberg kann Ingenieursprobleme lösen.
Wirtschaft & Demografie: Die Lösung für den Fachkräftemangel
Ein unbegrenzt langes gesundes Leben löst viele unserer größten gesellschaftlichen Probleme:
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- Rente & Pflege: Wenn Menschen mit 80 oder 100 Jahren noch so fit sind wie mit 30, fallen gigantische Pflegekosten weg. Das Gesundheitssystem wird entlastet, die Rentenkasse stabilisiert.
- Fachkräftemangel: Erfahrene Fachkräfte fallen nicht mehr krankheitsbedingt aus. Die Politik fordert zu Recht eine „aktive Rente“, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Doch das ist zynisch, solange Menschen im Alter körperlich abbauen. Verjüngungsforschung ist die Voraussetzung für eine funktionierende aktive Rente. Wer 150 Jahre alt wird, kann (freiwillig) länger arbeiten, zwischendurch neue Ausbildungen machen oder Sabbaticals einlegen. Wissen und Erfahrung bleiben der Wirtschaft erhalten.
Antworten auf häufige Fragen
„Führt das nicht zu Überbevölkerung?“ Nein. Das Bevölkerungswachstum flacht weltweit ab. Frauen bekommen weniger Kinder, je wohlhabender und gebildeter sie sind. Zudem verschieben Verjüngungstherapien die Menopause: Kinder können viel später geboren werden, was die Generationenfolge entzerrt. Das eigentliche Problem ist Ressourcenverbrauch, und hier helfen Technologien (erneuerbare Energien, Laborfleisch, Entsalzungsanlagen), nicht der leidvolle Tod durch Altern.
„Ist das unnatürlich?“ Nein. Altern ist kein universelles Naturgesetz: Einige Tierarten (z. B. Nacktmulle oder bestimmte Quallen) altern kaum oder können sich sogar biologisch verjüngen. Auch der Begriff „Natürlichkeit“ ist nicht fest, sondern wandelt sich mit der Zeit. Beispielsweise können moderne medizinische Verfahren und Hilfsmittel wie Brillen, Herzschrittmacher und Antibiotika ebenfalls als unnatürlich bezeichnet werden. Wir nutzen Technologie, um Leid zu mindern. Altern verursacht weltweit sehr großes Leid. Es nicht zu heilen, wäre unterlassene Hilfeleistung.
„Wer soll das bezahlen?“ Die Frage ist: Wer soll die Krankheit bezahlen? Ein Demenzpatient kostet das System mehrere hunderttausend Euro.2 Ein gesunder 90-Jähriger zahlt Steuern und konsumiert. Prävention ist immer günstiger als Pflege.
„Wann ist es so weit?“ Einige Experten3 schätzen eine 50%-Chance für erste umfassende Therapien in 15 Jahren – wenn wir jetzt investieren. Mit jedem Jahr Verzögerung sterben Millionen Menschen unnötig am Altern.
Gesundheitsprävention: Zeit gewinnen für die Longevity Escape Velocity
Unsere Forderung ist, die Entwicklung von Verjüngungstherapien zu beschleunigen, damit möglichst viele Menschen die Longevity Escape Velocity (LEV) erreichen. Gesundheitsprävention spielt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle: Sie hilft, die Anhäufung altersbedingter Schäden, die durch Lebensstilfaktoren teilweise beeinflusst werden können, zu verlangsamen. Dadurch und durch Vorsorgeuntersuchungen kann der Beginn von Alterskrankheiten bei vielen Menschen frühzeitig erkannt oder hinausgezögert werden.
Jede verzögerte Alterskrankheit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen zukünftige Durchbrüche der Verjüngungsforschung noch erleben und davon profitieren können. Deshalb begrüßen wir eine evidenzbasierte Präventionspolitik und halten es für wichtig, Gesundheit in allen Politikfeldern zu berücksichtigen (Health in all policies), d. h. auch indirekte Auswirkungen politischer Entscheidungen auf Gesundheit mit einzubeziehen.
Kryonik: Der Plan B
Für Menschen, denen die Medizin heute noch nicht helfen kann, bietet die Kryonik eine wichtige Option. Dabei wird der Körper nach dem gesetzlichen Tod schrittweise gekühlt und schließlich in flüssigem Stickstoff konserviert, um die Strukturen von Gehirn und Persönlichkeit zu erhalten, bis zukünftige Technologien eine Wiederbelebung und Heilung ermöglichen. In der Reproduktionsmedizin ist die Kryokonservierung von befruchteten Eizellen bereits Standard. Da sie künftig auch das weltweite Problem des Organmangels durch langfristige Lagerung von Organen lösen könnte, halten wir eine stärkere wissenschaftliche Beachtung und Förderung dieses Forschungsfeldes für sehr sinnvoll.
Wähle uns bei der Landtagswahl
Viele Menschen wissen noch nichts von der historischen Chance, das Altern zu heilen. Es fehlt der öffentliche Druck für die schnellere Entwicklung von Verjüngungstherapien – es gibt keine Demonstrationen und kaum politische Debatten dazu. Da unsere Partei ausschließlich dieses eine Thema vertritt, ist jede Stimme für uns ein unübersehbarer Weckruf an die etablierten Parteien. Je besser wir am 8. März abschneiden, desto eher werden andere das Thema verstärkt aufgreifen.
Wir könnten die Letzten sein, die am Altern sterben – oder die Ersten, die es überwinden. Nutze Deine Stimme für das Leben!
Am 8. März 2026: Partei für Verjüngungsforschung.
Fußnoten
1. Wenn der Körper biologisch jung bleibt, fallen der altersbedingte Verfall und alle daraus resultierenden Krankheiten weg, sodass man nur noch durch nicht-altersbedingte Ursachen (z. B. Unfälle) stirbt. Bei den heutigen Sicherheitsstandards in Industrieländern führt dies statistisch zu einer Lebenserwartung von mehreren tausend Jahren. Berechnungsformel: 1 dividiert durch Sterbewahrscheinlichkeit pro Jahr. Legt man das aktuelle Risiko für 20-Jährige von unter 0,04% p. a. zugrunde – gemäß Statistisches Bundesamt, Sterbetafel 2022/2024 –, ergibt dies: 1 / 0,0004 = 2500 Jahre. Siehe https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/sterbetafel.html.
2. Vgl. Schwarzkopf et al. (2011): Costs of care for dementia patients in community setting: an analysis for mild and moderate disease stage. Value in Health, Volume 14, Issue 6, 827-835. Die Studie beziffert die gesamtgesellschaftlichen Kosten (inklusive Pflegeleistungen) auf ca. 47.000 Euro jährlich. Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) kommt auf ca. 44.000 Euro pro Jahr (siehe https://www.dzne.de/ueber-uns/forschung-und-gesellschaft/dzne-positionspapier/). Bei mehrjährigen Verläufen ergeben sich daraus Gesamtkosten von mehreren hunderttausend Euro.
3. Dr. Aubrey de Grey (Präsident der LEV Foundation) prognostiziert eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit für das Erreichen der Longevity Escape Velocity innerhalb von 12 bis 15 Jahren (Stand 2025). Siehe https://www.ceotodaymagazine.com/2025/08/dr-aubrey-de-greys-longevity-escape-velocity-when-will-humanity-outrun-aging/ sowie https://x.com/aubreydegrey/status/1371196809595346950 und https://x.com/aubreydegrey/status/1639686074707632129. Der Harvard-Genetiker Dr. George Church hat in demselben Kontext gesagt: „I wouldn’t be surprised if 2050 would be a point.“ Siehe https://www.dwarkesh.com/p/george-church (Antwort ab 0:35).