Sobald Verjüngungstherapien Gang und gäbe sind, wird es die Rente, wie wir sie heute kennen, nicht mehr geben. Rente ist für Menschen, die nicht arbeiten können. Der heutzutage häufigste Grund, weshalb man nicht arbeiten kann, ist hohes Alter, welches mit Alterskrankheiten einhergeht. Dieser Grund wird bei Inanspruchnahme von Verjüngungstherapien nicht mehr vorliegen.

Viele Menschen, die das erste Mal von Verjüngungstherapien hören, verwechseln Rente mit Urlaub und denken deshalb, dass Verjüngungstherapien ihnen die einzige freie Zeit nimmt, die ihnen bleibt. In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall: Verjüngungstherapien sorgen nicht nur für mehr in Arbeit verbrachter Zeit, sondern auch für viel mehr frei zur Verfügung stehende Zeit, wie wir in Folgendem näher erläutern werden.

Statistik, ab welchem Alter welche chronische Erkrankung auftritt

Abbildung 1

Vorab jedoch noch eine andere Bemerkung: Abbildung 1 zeigt, in welchem Alter welche Alterskrankheit bei wie vielen Menschen ausbricht. Sehr viele Menschen haben zu dem Zeitpunkt, an dem ihre Rente beginnt, bereits mindestens eine Alterskrankheit, sodass sie die Rente nicht mehr uneingeschränkt genießen können. 

Aktuell ist ein häufiger Lebensverlauf, erst 25% des Lebens mit Bildung zu verbringen, dann 50% mit Arbeit und zum Schluss 25% damit, krank zu sein (stark vereinfachte, grobe Werte zur Veranschaulichung). Die Verfügbarkeit von Verjüngungstherapien würde diese Dynamik durchbrechen. 

Im Folgenden ein einfaches Rechenbeispiel: Eine Lebenszeit von 80 Jahren im Vergleich zu einer Lebenszeit von 500 Jahren. Wir gehen vereinfacht davon aus, dass der 500-Jährige anfangs genauso lebt wie der 80-Jährige, bloß dass er sich ab dem Alter von 60 Jahren für Verjüngungstherapien entscheidet. Wir tun also so, als müsste er genauso weiterarbeiten.

Alter in Jahren

80 jährige Lebensspanne

500-jährige Lebensspanne

0-20

Bildung

Bildung

20-60

Arbeit

Arbeit

60-80

Krankheit

Arbeit

80-500

Tod

Arbeit

In diesem Beispiel verbringt der 80-Jährige circa 50% seiner Lebenszeit damit, einen Beitrag zur Wirtschaft zu leisten, während der 500-Jährige sogar 96% seines Lebens zur Wirtschaft beigetragen hat. Genau dieses Szenario stellen sich viele vor, die zum ersten Mal von Verjüngungstherapien hören.

Nun betrachten wir, wie das Leben des 500-Jährigen aussehen könnte, wenn er den gleichen wirtschaftlichen Beitrag erbringen soll wie der 80-Jährige auf seine gesamte Lebensspanne gesehen – also 50% statt 96%. Wie könnte ein Leben mit Verjüngungstherapien bei gleichbleibender Wirtschaftsstärke wirklich aussehen – ein Szenario, das sehr viel wahrscheinlicher ist als das zuvor skizzierte? 

4% des Lebens des 500-Jährigen gehen auf die anfängliche Grundbildung drauf. Ihm bleiben also für die restlichen 480 Jahre noch 46% “Freizeit”, die er sich beispielsweise auf Bildung und “pure Freizeit” aufteilen kann. Gehen wir davon aus, diese Person legt viel Wert auf Bildung. Sie nutzt 16% ihrer “Freizeit” für Bildung. Dann bleiben 30% für die Freizeit. Wie sehen also die verschiedenen Lebensphasen des 80-Jährigen im Vergleich zum 500-Jährigen aus?

80-Jähriger:

25%

20 Jahre

Grundbildung

50%

40 Jahre

Arbeit

25%

20 Jahre

Krankheit

500-Jähriger:

4%

20 Jahre

Grundbildung

16%

80 Jahre

Weiterbildung

30%

150 Jahre

Freizeit

50%

250 Jahre

Arbeit

In der folgenden Tabelle sehen Sie, wie jeder knapp-10-Jahres-Block des 500-Jährigen gestaltet werden könnte, wobei die wirtschaftliche Leistung pro Jahr über das gesamte Leben verteilt exakt die gleiche wie beim 80-Jährigen wäre: 

1 Jahr

Arbeit

1 Jahr

Freizeit

1 Jahr

Arbeit

1 Jahr

Weiterbildung

1 Jahr

Arbeit

1 Jahr

Freizeit

1 Jahr

Arbeit

halbes Jahr

Weiterbildung

1 Jahr

Arbeit

1 Jahr

Freizeit

Dies war lediglich eine veranschaulichende Darstellung. Es ist wahrscheinlich, dass die Realität mit Verjüngungstherapien in der Zukunft nicht genau so aussehen wird wie in der Tabelle dargestellt. Ein so häufiger Wechsel zwischen einjährigen Freizeitblöcken könnte zu einer erheblichen Unterbrechung der Arbeit führen, da sich Menschen ständig neu einarbeiten müssten.

Es ist jedoch wahrscheinlich, dass Menschen in Zukunft weniger Stunden pro Tag und weniger Tage pro Woche arbeiten, häufiger Urlaub nehmen und sich alle paar Jahre 1-2 Sabbatjahre gönnen.

Eine längere Lebensspanne durch Verjüngungstehrapien würde es den Menschen also ermöglichen, zwischendurch mehrere Jahre Urlaub zu machen, in Bildungsphasen zurückzukehren oder ganz neue berufliche Wege einzuschlagen. Auch darf nicht vergessen werden, dass durch künstliche Intelligenz und Automatisierung vermutlich viele unangenehme Tätigkeiten wegfallen.

Zusätzlich dazu wollen wir anmerken, dass das Rentensystem in Deutschland schon jetzt nicht mehr stabil ist, da es immer mehr alte Menschen gibt, die nicht mehr arbeiten können, und weniger junge Menschen, die das System stützen können. Verjüngungstherapien würden hier sogar eine Lösung bieten: Indem Menschen länger und gesünder leben, hätten sie die Möglichkeit, länger zu arbeiten und könnten zur finanziellen Entlastung der Sozialsysteme beitragen. Dies würde den Druck auf junge Generationen mindern und die Wirtschaft stabilisieren.