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	<title>Tod Archive | Partei für Verjüngungsforschung</title>
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		<title>Kryonik &#8211; Ablauf einer Kryokonservierung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sandra]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Dec 2023 18:31:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[science]]></category>
		<category><![CDATA[Kryokonservierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kryonik]]></category>
		<category><![CDATA[sterben]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was passiert mit mir, wenn ich sterbe und vorher einen Kryonik-Vertrag abgeschlossen habe? Die Frage taucht als eine der ersten auf, wenn man vor der Entscheidung steht, ob man einen Kryonik-Vertrag abschließen möchte. Was genau ist Kryonik? &#8211; Einführungsbeitrag über Kryonik Es hängt von der Todesart und den Umständen ab Die Antwort hängt von der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 400;">Was passiert mit mir, wenn ich sterbe und vorher einen Kryonik-Vertrag abgeschlossen habe? Die Frage taucht als eine der ersten auf, wenn man vor der Entscheidung steht, ob man einen Kryonik-Vertrag abschließen möchte.</span></p>
<ul>
<li><a href="https://verjuengungsforschung.de/was-ist-kryonik">Was genau ist Kryonik? &#8211; Einführungsbeitrag über Kryonik</a></li>
</ul>
<h2>Es hängt von der Todesart und den Umständen ab</h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Antwort hängt von der Todesart und den Umständen ab, unter denen der Patient stirbt. Für den Erfolg der Kryokonservierung ist es zuträglich, an Krebs oder einer anderen Krankheit mit “Vorlaufzeit” zu sterben, um sich auf den <strong>Tod vorbereiten</strong> zu können. Ungünstiger ist ein plötzlicher und unerwarteter Tod, z. B. durch einen Herzinfarkt. Am schlechtesten ist es, in einem Unfall zu sterben, bei dem das Gehirn schwere Schäden erleidet oder womöglich gar nicht mehr auffindbar ist. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Zuerst müssen wir uns aber kurz damit beschäftigen, wann Kryokonservierung anfängt &#8211; und wie genau der Übergang zwischen Leben und Tod aussieht. </span></p>
<h2>Sind kryokonservierte Menschen bereits tot?</h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Die meisten Menschen betrachten den Tod als eine Art Schalter: Eine Person ist entweder definitiv am Leben oder definitiv tot. Diese Sichtweise ist allerdings irreführend. </span></p>
<h3>Der Tod als Prozess</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Der <strong>Tod</strong> ist vielmehr ein <strong>Prozess</strong>, bei dem immer mehr Zellen (und damit Organe) im Körper langsam durch Sauerstoffmangel absterben. Der <strong>rechtliche Tod</strong> ist insofern relevant, als dass die <strong>Prozedur</strong> der Kryokonservierung <strong>erst ab diesem Zeitpunkt begonnen</strong> werden darf. Dies bedeutet aber <strong>nicht</strong>, dass die <strong>Person</strong> in dem Fall <strong>unwiederbringlich verschwunden</strong> ist oder <strong>all ihre Zellen tot</strong> sind. Es bedeutet lediglich, dass ein Arzt offiziell erklärt, mit seinem Wissen und <strong>dem heutigen Stand der Technologie nichts mehr für die Person machen</strong> zu können. </span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;">Tot oder nicht tot? &#8211; Der informationstheoretische Tod</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Während die Patienten gelagert sind, sind sie zwar nicht am Leben (weil ihr Körper nicht mehr funktioniert), aber auch nicht tot. Endgültig tot ist eine Person erst, wenn die Strukturen, die für ihre Erinnerungen, Persönlichkeit und Identität verantwortlich sind, unwiederbringlich zerstört sind. Diesen Zustand bezeichnen Kryoniker als <strong>informationstheoretischen Tod</strong>.<sup>1</sup> Die kryokonservierten Menschen befinden sich in einer Art Zwischenstadium &#8211; vergleichbar mit der Dämmerung zwischen Tag und Nacht. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wie unscharf die Grenze zwischen Leben und Tod ist, zeigen Fälle wie der der Schwedin Anna Bågenholm, die 1999 nach drei Stunden klinischem Tod ohne bleibende Schäden wiederbelebt werden konnte.<sup>2 </sup></span></p>
<h3>Stirbt das Gehirn nicht nach vier bis sechs Minuten ohne Sauerstoff?</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Heutzutage ist die Annahme weit verbreitet, dass nach vier bis sechs Minuten ohne Sauerstoff der Hirntod eintritt. Das ist so nicht korrekt: Das Gehirn “stirbt” nicht nach vier bis sechs Minuten, weil es dann sofort zerstört wird, sondern aufgrund von <strong>Reperfusionsschäden</strong>: einer Reihe von zerstörerischen Prozessen, die in so einem Fall paradoxerweise <strong>durch die Wiederbelebung</strong> entstehen &#8211; also </span><i><span style="font-weight: 400;">durch die Wiederherstellung des warmen Blutflusses</span></i><span style="font-weight: 400;">. Hauptsächlich sind es <strong>Entzündungsprozesse</strong>, die die <strong>Blutgefäße verstopfen</strong> und verhindern, dass die Gehirnzellen mit Sauerstoff versorgt werden, was dann tatsächlich zum Tod der Zellen führt (allerdings über einen Zeitraum von mehreren Stunden, nicht Minuten). </span></p>
<h4><span style="font-weight: 400;">Experimente, die den Hirntod hinauszögern</span></h4>
<p><span style="font-weight: 400;">Schon heute können <strong>experimentelle Behandlungen</strong> die<strong> Zeitspanne</strong>, die bei Kreislaufstillstand ohne Hirnschädigung überlebt werden kann, auf über zehn Minuten <strong>verlängern</strong>. Die wichtigste davon ist künstliche <strong>Hypothermie</strong> &#8211; die Verringerung der Körpertemperatur um einige Grad oder die Verwendung von gekühltem Blut. Mit jedem Temperaturabfall um zehn Grad sinkt der Stoffwechselbedarf um 50%. Das ist unter anderem der Grund, warum Neurochirurgie das kann, was sie kann &#8211; oder warum Bypass-Operationen möglich sind. Dabei werden die Patienten auf 34°C oder 35°C gekühlt, um Stoffwechselprozesse zu verlangsamen und das Gehirn in der verwundbaren Phase zu schützen. Weitere Maßnahmen, die die Zerstörung des Gehirns hinauszögern können, sind die Öffnung verstopfter Gefäße durch Erhöhung des Blutdrucks, Blutverdünnung, die Vermeidung einer übermäßigen Sauerstoffanreicherung und die medikamentöse Hemmung des Zelltods.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">In einigen Tierstudien sind die Gehirne der <strong>Tiere</strong> sogar <strong>nach 16 Minuten ohne neurologische Defizite zurückgeholt</strong> worden. Forscher am Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung (damals Max-Planck-Institut für neurologische Forschung) haben es in ein paar Studien sogar geschafft, isolierte <strong>Affen- und Katzengehirne</strong> nach einer <strong>vollen Stunde Herzstillstand</strong> wieder zur <strong>normalen elektrischen Funktion</strong> zu bringen.<sup>3 </sup></span><span style="font-weight: 400;">Dasselbe haben sie später mit ganzen Katzen gemacht &#8211; allerdings mit mäßigem neurologischem Defizit.<sup>4</sup> Und es wird sogar noch unglaublicher: <strong>Nervenzellen</strong> können noch nach <strong>acht Stunden Herzstillstand</strong> wieder <strong>funktionsfähig</strong> werden (also wieder zum Energiestoffwechsel und axonalen Transport in der Lage sein).<sup>5 </sup></span><span style="font-weight: 400;">Erkennbare Gehirnzellstrukturen und die neuronale Vernetzung bleiben sogar noch viel länger bestehen.<sup>6</sup> </span></p>
<h2><span style="font-weight: 400;">Wann hilft Kryonik nicht mehr?</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Ab welcher Zeitspanne nach dem klinischen Tod kann Kryonik dann nicht mehr helfen (beziehungsweise wann tritt der informationstheoretische Tod ein)? Diese Frage können wir mit unserem heutigen Wissensstand nicht eindeutig beantworten, vor allem, da wir nicht wissen, welche Technologien die Zukunft mit sich bringt. Aus diesem Grund wünschen sich viele Mitglieder, unabhängig von der Verzögerung oder dem Schweregrad der Schädigung kryokonserviert zu werden. Jeder, der einen Kryonik-Vertrag abschließt, kann jedoch darin seine Bedingungen festhalten, unter denen er nicht mehr konserviert werden möchte.</span></p>
<h2><span style="font-weight: 400;">Der Idealfall für Kryonik: ein vorhersehbarer Tod</span></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Idealfall ist ein <strong>vorhersehbarer Tod</strong>, beispielsweise an Krebs, sodass ein <strong>Standby-Team vor Ort</strong> ist und direkt nach der rechtlichen Todeserklärung mit dem Verfahren loslegen kann. In solchen Fällen bleiben der <strong>Körper</strong> und das <strong>Gehirn</strong> mit Abstand <strong>am besten erhalten</strong>. Alcor empfiehlt deshalb </span><span style="font-weight: 400;">unheilbar kranken Mitgliedern, vor ihrem rechtlichen Tod in die entsprechende Gegend zu ziehen. Sie stellen dafür eine Umzugshilfe von bis zu 10 000 US-Dollar zur Verfügung. Außerdem rät die Organisation, sie über medizinische Diagnosen zeitnah zu informieren und sie rechtzeitig zu benachrichtigen, wenn eine Operation geplant ist.</span></p>
<ul>
<li><a href="https://verjuengungsforschung.de/kryonikanbieter-im-vergleich">Mehr über die verschiedenen Kryonikanbieter erfahren</a></li>
</ul>
<h3><span style="font-weight: 400;">Es kommt darauf an, den Tod rechtzeitig zu bemerken</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Kryoniker bekommen meistens ein <strong>Armband</strong> oder eine <strong>Halskette</strong> mit <strong>Anweisungen</strong> und einer <strong>Telefonnummer</strong>. So soll die Person, welche den Verstorbenen in einem ungünstigeren Fall auffindet, wissen, dass sie den Anbieter benachrichtigen muss. Außerdem stellt der Anbieter für gewöhnlich mehrere Karten mit den Kontaktdaten zur Verfügung, die Kryoniker ihren Angehörigen geben können. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Alcor und CI haben Apps entwickelt, mit denen sie für einen <strong>täglichen Anruf</strong> zu einer vorher festgelegten Uhrzeit sorgen können, um sich zu vergewissern, dass es einem Mitglied gut geht und zu prüfen, ob es irgendwelche gesundheitlichen Veränderungen gibt.<sup>7</sup> Nimmt das Mitglied nach mehreren Versuchen immer noch nicht ab, wird eine Kontaktperson alarmiert, zum Beispiel ein Familienmitglied oder Nachbar. </span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;">Geräte zur frühzeitigen Erkennung des Todes</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Organisationen haben Pulsmesser und andere Geräte im Auge, die für eine rasche Benachrichtigung sorgen könnten. Tomorrow Biostasis entwickelt gerade eine App, die mit <strong>Wearables</strong> (z. B. Smartwatches) kompatibel ist und das <strong>Unternehmen sofort verständigen</strong> kann, wenn <strong>lebenswichtige Funktionen aussetzen</strong>.<sup>8</sup> Ebenfalls erfolgreich im Einsatz ist eine Technik namens Ballistokardiographie: <strong>Bewegungssensoren</strong>, die bei sehr alten oder chronisch kranken Menschen unter die Bettmatratze gelegt werden und die mechanischen Schwingungen des Körpers messen, die durch den Herzschlag oder auch die Atmung verursacht werden. Auf diese Weise kann das System einen Notfall in der Nacht meist innerhalb von weniger als drei Minuten erkennen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Non-Profit-Organisation Cryonics Monitoring gibt einen Überblick über bisher entwickelte Überwachungssysteme für Kryoniker und bewertet diese.<sup>9</sup> </span></p>
<h2><span style="font-weight: 400;">Kryonik-Ablauf im Idealfall</span></h2>
<p><img decoding="async" class=" wp-image-5233" src="https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2023/12/Ablauf-Kryonik-300x180.jpg" alt="Der Ablauf von Kryonik: Vom Tod hin zur Kühlung, Vitrifizierung und der Aufbwahrung in Thermobehältern" width="535" height="321" srcset="https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2023/12/Ablauf-Kryonik-300x180.jpg 300w, https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2023/12/Ablauf-Kryonik-1024x614.jpg 1024w, https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2023/12/Ablauf-Kryonik-768x461.jpg 768w, https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2023/12/Ablauf-Kryonik-1536x922.jpg 1536w, https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2023/12/Ablauf-Kryonik-1080x648.jpg 1080w, https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2023/12/Ablauf-Kryonik.jpg 1920w" sizes="(max-width: 535px) 100vw, 535px" /></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wie läuft der Prozess der Kryokonservierung nun genau ab? Wenn der Idealfall vorliegt und das Team sofort nach der Todeserklärung mit der Prozedur beginnen kann, werden zunächst der <strong>Blutkreislauf</strong> und die <strong>Atmung</strong> mit einem Herz-Lungen-Wiederbelebungsgerät (HLR) künstlich <strong>wiederhergestellt</strong>. Dieses funktioniert mit unter Druck stehendem Sauerstoff und setzt den Kreislauf sehr viel besser in Gang als eine manuelle Herz-Lungen-Wiederbelebung. </span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;">Möglichst schnelle Kühlung</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Was in allen Fällen passiert: Der Patient wird mit <strong>Eiswürfeln</strong> bedeckt und mit <strong>kaltem Wasser</strong> begossen, um den Körper möglichst schnell zu kühlen. Anschließend bekommt er zellschützende, gerinnungshemmende, antibiotische und anästhetische <strong>Medikamente</strong> verabreicht. Beispiele sind Natriumcitrat (schützt Nervenzellen), Heparin (gerinnungshemmend), Minocyclin (antibiotisch) und Propofol (anästhetisch, schützt ebenfalls Nervenzellen). Nun kann das Kryonik-Team den Patienten im Eiswasserbad <strong>zur Einrichtung transportieren</strong>, wo sie ihn für die weitere Abkühlung vorbereiten. </span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;">Einsatz von Konservierungslösung bei weitem Transport</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Ist der Patient <strong>weit</strong> von der Kryonik-Einrichtung <strong>entfernt</strong> und muss <strong>per Flugzeug</strong> dorthin gebracht werden, wird sein Blut durch eine <strong>Konservierungslösung</strong> ersetzt, deren Temperatur ein paar Grad über dem Gefrierpunkt liegt und die die Zellen im Körper am Leben hält. Diese Behandlung ähnelt denen, die von Transplantationschirurgen angewandt werden, um Organe lebensfähig zu halten, die zur Transplantation durch das ganze Land transportiert werden &#8211; mit dem Unterschied, dass sie hier am ganzen Körper zum Einsatz kommen. Relativ unbekannt ist, wie stark die Überlebensfähigkeit bei kalten Temperaturen dadurch erhöht werden kann: Studien zeigen, dass <strong>ganze Tiere</strong> bis zu <strong>drei Stunden Lagerung im Eis</strong> mit der heute verfügbaren Technologie <strong>überleben</strong> können.<sup>10</sup> Sie können sogar noch längere Zeiträume überleben, wenn die Konservierungslösung kontinuierlich zirkuliert wird.<sup>11</sup></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><i><span style="font-weight: 400;">Alcor wendet in einigen solchen Fällen auch ein Verfahren namens FCP (Field Cryoprotection) an. Dabei wird zumindest der Kopf bereits am Todesort vitrifiziert (siehe nächsten Absatz)</span></i><i><span style="font-weight: 400;"> und der Patient bei -79°C auf Trockeneis statt im Eiswasser zur Einrichtung gebracht.</span></i></span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;">Vitrifizierung &#8211; künstlicher Blutkreislauf zum Einbringen des Kryoprotektors</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">In der Kryonik-Einrichtung wird zunächst ein <strong>künstlicher Blutkreislauf</strong> hergestellt. Dafür werden entweder die Halsgefäße geöffnet (um vor allem das Gehirn möglichst gut zu erhalten) oder mittels einer Öffnung des Brustkorbs Schläuche in die großen Gefäßabgänge des Herzens eingeführt. Dann läuft eine <strong>zellschützende Lösung</strong> über eine Schlagader in den Körper und <strong>treibt</strong> das <strong>Blut</strong> über eine Vene <strong>aus</strong>. In steigender Konzentration wird der Lösung der <strong>Kryoprotektor</strong> (eine Flüssigkeit, die verhindert, dass sich beim Kühlen Eiskristalle bilden, die das Gewebe zerreißen) zugesetzt, bis er etwa 70% des Gemisches ausmacht. So wird sichergestellt, dass der Kryoprotektor auch fast alle Zellen erreicht und den Körper zuverlässig vitrifiziert. </span></p>
<ul>
<li><a href="https://verjuengungsforschung.de/kryonik-kryoprotektoren-zur-vitrifizierung">Mehr über verschiedene Kryoprotektoren erfahren</a></li>
</ul>
<h4><span style="font-weight: 400;">Ist eine eisfreie Kryokonservierung des Gehirns möglich?</span></h4>
<p><span style="font-size: 10pt;"><i><span style="font-weight: 400;">Einige Wissenschaftler haben behauptet, dass eine eisfreie Kryokonservierung des Gehirns nicht möglich ist, weil der Kryoprotektor nicht alle Teile des Gehirns erreicht.<sup>12</sup> Für die Vitrifizierung werden jedoch genau dieselben Gefäße genutzt, die das Gehirn ständig mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Die eisfreie Konservierung des Gehirns ist sowohl im Labor<sup>13</sup> als auch in einigen ausgewählten Fällen von kryokonservierten Mitgliedern<sup>14</sup> nachgewiesen. Zwar verzögert die Blut-Hirn-Schranke die Aufnahme des Kryoprotektors. Die Folge davon ist aber, dass dem Gehirn durch das osmotische Ungleichgewicht, welches während der Einführung des Kryoprotektors entsteht, Wasser entzogen wird. Es wird dadurch also noch widerstandsfähiger gegen die Bildung von Eiskristallen. Die Dehydrierung des Gehirns scheint allerdings zu ultrastrukturellen Veränderungen zu führen (Veränderungen der Feinstruktur des Gehirns, die nur mit Elektronenmikroskopie darstellbar sind), was tatsächlich ein noch ungelöstes Problem der Kryonik ist. In “guten” Kryonik-Fällen kann eine Dehydrierung von bis zu 50% des gesamten Hirnvolumens beobachtet werden. Momentan wissen wir noch nicht, bis zu welchem Grad es der Flüssigkeitsmangel noch erlauben wird, die Funktion des Gehirns in Zukunft wiederherzustellen &#8211; sofern dies überhaupt möglich sein wird.</span></i></span></p>
<h3>Schrittweise Kühlung des Patienten </h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Ersatz des Blutes durch den Kryoprotektor dauert mehrere Stunden und läuft bei einer Körpertemperatur von ca. 0°C ab. Danach kommen die Patienten in eine <strong>Kühlbox</strong> und werden computergesteuert gekühlt: Flüssiger Stickstoff wird eingespritzt und verdampft, ein <strong>Gebläse</strong> lässt das <strong>Stickstoffgas</strong> bei knapp -125°C zirkulieren. Ziel ist es, alle Teile des Patienten so schnell wie möglich unter -124°C (die Temperatur, bei der der Kryoprotektor fest wird und in einen glasartigen Zustand übergeht) abzukühlen, um jegliche Eisbildung zu vermeiden. Dies dauert etwa drei Stunden, an deren Ende der Patient “verglast” ist (einen stabilen eisfreien Zustand erreicht hat). Der Patient wird dann über einen Zeitraum von mehreren Tagen mit derselben Technik weiter auf -196°C abgekühlt.</span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;">Abkühlung lässt schädliche Brüche im Gewebe entstehen</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Tatsächlich würden prinzipiell auch schon die -125°C reichen: Sobald der Kryoprotektor fest ist, sind alle Stoffwechselaktivitäten stillgelegt. -196°C ist allerdings die Temperatur von flüssigem Stickstoff, der ein sicheres, ungiftiges, billiges und leicht verfügbares Kühlmittel darstellt. Leider verursachen bei der <strong>weiteren Abkühlung</strong> thermische Spannungen <strong>großflächige Brüche</strong> im Gewebe (zum Beispiel aufgrund ungleichmäßiger Abkühlungsraten, unterschiedlicher Ausdehnungskoeffizienten von Knochen und Muskeln und so weiter), was ein bisher ungelöstes Problem ist. Wichtig ist, dass diese Brüche<strong> keine offenen Verletzungen</strong> sind. Ein guter Vergleich ist eine intakte, aber zerbrochene Windschutzscheibe aus Glas. Die Brüche klingen zwar nach einem ernsthaften Problem. Zukünftige Medizin wird sie aber wahrscheinlich gut reparieren können, weil sie <strong>keinen nennenswerten Informationsverlust</strong> verursachen: Der Schaden tritt auf größerer Ebene auf und zerstört keine wichtigen Strukturen (wie es bei der Eiskristallbildung der Fall wäre). Alcor testet gerade ein neues Lagerungssystem, das mit wärmeren Temperaturen arbeitet, um die Brüche künftig zu umgehen.<sup>15</sup> (Einer unserer nächsten Beiträge wird einen neuen Ansatz unter die Lupe nehmen, der dieses Problem von einer völlig anderen Seite adressiert: Heliumpersufflation.) </span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;">Aufbewahrung des Patienten in einem Thermobehälter</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Patient wird in einem mit flüssigem Stickstoff gefüllten großen Thermobehälter (beispielsweise einem Dewargefäß) aufbewahrt, der jeden Tag kontrolliert wird. Alles, was nötig ist, ist ungefähr einmal pro Woche etwas Stickstoff nachzufüllen. Gelagert wird der Patient kopfüber, um bei einem Unfall mit größerem Stickstoffaustritt möglichst lange den Kopf zu schützen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ein kryokonserviertes Mitglied teilt sich einen Behälter mit drei anderen. Im Falle einer Neurokonservierung, bei der nur das Gehirn in den Kälteschlaf geht, sind es normalerweise um die 45 Gehirne, die zusammen gelagert werden. Die Gehirne bleiben während der Konservierung im Kopf, da dies weniger Risiken birgt.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Für die Kühlung wird <strong>keinerlei Strom benötigt</strong> &#8211; sie wird ausschließlich durch den flüssigen Stickstoff gewährleistet. Das <strong>widerlegt</strong> auch die Irrtümer, dass ein <strong>Stromausfall alles zunichte macht</strong> oder durch die Lagerung <strong>viele CO2-Emissionen</strong> entstehen.</span></p>
<h2>Gehen bei der Kryokonservierung meine Erinnerungen verloren?</h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Wir können ziemlich sicher sein, dass das nicht der Fall ist. Sehr <strong>kurzfristige Erinnerungen</strong> (in den letzten 30 Sekunden bis maximal wenigen Minuten) sind lediglich in <strong>elektrochemischer Aktivität</strong> gespeichert, aber alles, was darüber hinausgeht, bildet <strong>körperliche Veränderungen</strong> im Gehirn: Veränderungen der Synapsen, des Spiegels bestimmter Neurotransmitter, des Gehalts an Proteinen und so weiter.<sup>16</sup></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Bleiben diese Veränderungen beim Prozess der Kryokonservierung erhalten? Um das zu testen, haben Forscher im Jahr 2015 eine <strong>Studie</strong> an dem bekannten <strong>Modellorganismus C. elegans</strong> (Fadenwurm) durchgeführt. Dafür haben sie eine Methode der sensorischen Prägung verwendet, um das Langzeitgedächtnis des Geruchs in den Würmern zu testen. Nach ihrer Kryokonservierung und Wiederbelebung sind die <strong>Würmer dazu in der Lage</strong> gewesen, das <strong>induzierte Geruchsgedächtnis</strong> abzurufen. Die dafür notwendigen Strukturen sind durch das Einfrieren also nicht zerstört worden.<sup>17 </sup></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">2020 haben Wissenschaftler in einer weiteren Studie die Auswirkungen der Kryokonservierung auf das Gehirn einer Frau überprüft, die ihren Körper gespendet hat. Die Ergebnisse haben erneut gezeigt, dass es <strong>keinen nachteiligen Effekt</strong> auf die <strong>Dicke </strong>des <strong>Hippocampus</strong> oder der <strong>Großhirnrinde</strong> gegeben hat &#8211; beides Regionen, die bei der Speicherung von Erinnerungen eine zentrale Rolle spielen.<sup>18</sup></span></p>
<h3>Gehirnnebel: Wenn die Erinnerungen verschwommen sind</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Was allerdings auftreten könnte, ist ein vorübergehender Zustand namens “Gehirnnebel” oder “brain fog”. Das würde bedeuten, dass die eigenen Erinnerungen zunächst etwas verschwommen sind, während das Gehirn nach der Wiederbelebung langsam wieder alle Funktionen aufnimmt. Kurzzeitiger Gedächtnisverlust und Hirnnebel sind häufige Nebenwirkungen bei Herzinfarktpatienten. Der Grund ist ein vorübergehender Sauerstoffmangel in einem bestimmten Bereich des Hippocampus, der zum Absterben der dortigen Neuronen führt.<sup>19</sup> Glücklicherweise arbeiten Wissenschaftler bereits an einer Möglichkeit, die Neuronen in diesem Bereich wiederherzustellen, sodass wir dieses Problem in Zukunft womöglich gar nicht mehr haben werden.<sup>20</sup> </span></p>
<h3>Kryonik: Die Wiederbelebung</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Nun kommen wir zum herausforderndsten Part: der Wiederbelebung. <strong>Niemand kann</strong> heutzutage <strong>mit Sicherheit sagen</strong>, ob es <strong>möglich</strong> sein wird, die <strong>Menschen</strong> aus dem flüssigen Stickstoff <strong>wieder zum Leben zu erwecken</strong>. Dafür sind mehrere Schritte notwendig: Die Todesursache muss geheilt werden, der Patient muss verjüngt werden, das Aufwärmen und Ingangsetzen der Gehirn- und anderer Körperfunktionen muss erfolgreich sein, entstandene Schäden müssen repariert werden. Außerdem müssen wir es schaffen, den Patienten wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Klaus Sames spricht etwas scherzhaft davon, dass man manche ins Leben zurückgeholte Menschen evtl. zuerst in einen Cyberspace bringen wird, der das 21. Jahrhundert simuliert, um keinen Kulturschock auszulösen. </span><a href="https://www.tomorrow.bio/post/what-challenges-revival-cryopreservation"><span style="font-weight: 400;">Dieser Artikel</span></a><span style="font-weight: 400;"> von Tomorrow Biostasis bietet einen guten Überblick über die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Reanimation. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Sicher ist nur, dass es dafür <strong>Technologien</strong> braucht, die wir <strong>heutzutage noch nicht in der benötigten Form zur Verfügung</strong> haben. Sie sind aber durchaus <strong>vorhersehbar</strong>: Künstliche Intelligenz, Tissue Engineering, Bioprinting und vor allem auch Nanomedizin machen beeindruckende Fortschritte. Robert Freitas, ein Pionier der Nanotechnologie, hat letztes Jahr sein </span><span style="font-weight: 400;">700-seitiges Buch “Cryostasis Revival: The Recovery of Cryonics Patients through Nanomedicine” veröffentlicht, in dem er einen möglichen Weg zur Reanimation und Heilung von kryokonservierten Menschen mithilfe von <strong>Nanorobotern</strong> skizziert.<sup>21</sup> Eine Zusammenfassung seines Buches findet sich </span><a href="https://www.alcor.org/docs/cryostasis-revival-summary.pdf"><span style="font-weight: 400;">hier</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
<h3><span style="font-weight: 400;">Herausforderungen bei der Wiederbelebung kryokonservierter Menschen</span></h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Beim Aufwärmen gibt es insbesondere drei Probleme zu lösen: einerseits die <strong>Toxizität des Kryoprotektors</strong> und andererseits die <strong>Bildung von Eiskristallen</strong>. Des Weiteren muss das Gewebe <strong>gleichmäßig erwärmt</strong> werden. Wird der Körper einfach so erwärmt, verflüssigt sich der Kryoprotektor und schädigt aufgrund seiner Toxizität über der Glasübergangstemperatur die Zellen. Um das zu verhindern, muss der Kryoprotektor vor der Wiedererwärmung durch Blut ersetzt werden. Dann kommt es allerdings zu einem seltsamen Phänomen namens <strong>Rekristallisation</strong>: Während des Aufwärmprozesses können sich Eiskristalle neu bilden und das Gewebe schädigen. Die einzige Möglichkeit ist daher, den Körper so schnell aufzutauen, dass sich kein Eis bilden kann. Dafür fehlt uns momentan noch die nötige Technologie.</span></p>
<h4><span style="font-weight: 400;">Nanowarming &#8211; magnetische Nanopartikel für gleichmäßige Erwärmung</span></h4>
<p><span style="font-weight: 400;">Forscher schaffen es mittlerweile wiederholt, einzelne Organe wie Nieren zu kryokonservieren und schnell sowie einheitlich genug aufzuwärmen, um sie funktionsfähig zu halten. Eine Methode, die dafür angewandt wird, ist <strong>Nanowarming</strong>: magnetische <strong>Nanopartikel</strong>, die zusammen mit dem Kryoprotektor eingeführt werden. Durch <strong>Hochfrequenzfelder</strong> können wir diese Nanopartikel anregen, was zu einer schnellen und gleichmäßigen Erwärmung führt. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Artikel “Vitrification and Nanowarming of Kidneys” zeigt ein erfolgreiches Experiment zum Nanowarming an einer Rattenniere.<sup>22</sup> Während des Experiments haben die Forscher Rattennieren mit einer kryoprotektiven Lösung und mit Siliziumdioxid beschichteten Eisenoxid-Nanopartikeln (sIONPs) durchströmt. Danach haben sie die Nanopartikel durch Anlegen eines Hochfrequenzfeldes angeregt. Die verglasten Nieren sind erfolgreich erwärmt worden: Die Modellierung zeigt, dass sowohl die Eiskristallbildung als auch die Brüche während dieser Prozesse ausgeblieben sind. Allerdings haben die Forscher Schäden festgestellt, die durch die Toxizität der verwendeten Kryoprotektoren entstanden sind. Was bedeutet, dass wir bessere Kryoprotektoren entwickeln müssen.<sup>23</sup> </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Bis wir ein Gehirn oder einen ganzen Körper mit Nanowarming erfolgreich auftauen können, liegt also auf jeden Fall noch einiges an Forschungsarbeit vor uns.</span></p>
<h4><span style="font-weight: 400;">Ultraschall zum Erwärmen von Gewebe</span></h4>
<p><span style="font-weight: 400;">Ein anderer Ansatz, der beispielsweise von Ramon Risco verfolgt wird, ist das <strong>Erwärmen</strong> von Gewebe <strong>mittels Ultraschall</strong>.<sup>24</sup> Dieser Ansatz soll zuerst an C. elegans und anschließend an Nagetieren getestet werden, kann allerdings <strong>vermutlich beliebig skaliert</strong> werden. </span><span style="font-weight: 400;">Mehr dazu erfährst du bald im Beitrag über für Kryonik relevante aktuelle Forschung!</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Für eine erfolgreiche Wiederbelebung sind also noch sehr viele Probleme zu lösen. Jedoch: Zeit spielt so gut wie keine Rolle, da es <strong>kein Verfallsdatum</strong> für die Kryokonservierung gibt. Die Aufbewahrung läuft unbegrenzt (ohne zusätzliche Kosten) und die Wissenschaft schreitet immer weiter voran.</span></p>
<h4> </h4>
<h4><span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: 400;">Quellen:</span></span></h4>
<ol>
<li><a href="https://en.longevitywiki.org/wiki/Information_theoretic_death"><span style="font-weight: 400;">https://en.longevitywiki.org/wiki/Information_theoretic_death</span></a></li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_B%C3%A5genholm"><span style="font-weight: 400;">https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_B%C3%A5genholm</span></a></li>
<li><span style="font-weight: 400;">Hossmann KA, Sato K. Recovery of neuronal function after prolonged cerebral ischemia. </span><i><span style="font-weight: 400;">Science</span></i><span style="font-weight: 400;"> 1970 Apr 17; 168(3929): 375-6. doi: 10.1126/science.168.3929.375.</span></li>
<li><span style="font-weight: 400;">Hossmann KA, Schmidt-Kastner R, Grosse Ophoff B. Recovery of integrative central nervous function after one hour global cerebro-circulatory arrest in normothermic cat. </span><i><span style="font-weight: 400;">J Neurol Sci</span></i><span style="font-weight: 400;"> 1987 Feb; 77(2-3): 305-20. doi: 10.1016/0022-510x(87)90130-4.</span></li>
<li><span style="font-weight: 400;">Dai J, Swaab DF, Buijs RM. Recovery of axonal transport in “dead neurons”. </span><i><span style="font-weight: 400;">Lancet</span></i><span style="font-weight: 400;"> 1998 Feb 14; 351(9101): 499-500. doi: 10.1016/S0140-6736(05)78689-X.</span></li>
<li><span style="font-weight: 400;">de Wolf A, Phaedra C, Perry RM, Maire M. Ultrastructural Characterization of Prolonged Normothermic and Cold Cerebral Ischemia in the Adult Rat. </span><i><span style="font-weight: 400;">Rejuvenation Res</span></i><span style="font-weight: 400;"> 2020 Jun; 23(3): 193-206. doi: 10.1089/rej.2019.2225.</span></li>
<li><a href="https://www.cryonicsmonitoring.org/review-post/review-alcor-check-in-app"><span style="font-weight: 400;">https://www.cryonicsmonitoring.org/review-post/review-alcor-check-in-app</span></a><span style="font-weight: 400;"> | </span><a href="https://www.cryonicsmonitoring.org/review-post/review-ci-check-in-app"><span style="font-weight: 400;">https://www.cryonicsmonitoring.org/review-post/review-ci-check-in-app</span></a></li>
<li><a href="https://www.cryonicsmonitoring.org/review-post/tomorrow-bio-monitoring-app"><span style="font-weight: 400;">https://www.cryonicsmonitoring.org/review-post/tomorrow-bio-monitoring-app</span></a></li>
<li><a href="https://www.cryonicsmonitoring.org/"><span style="font-weight: 400;">https://www.cryonicsmonitoring.org/</span></a></li>
<li><span style="font-weight: 400;">Haneda K, Thomas R, Sands MP, Breazeale DG, Dillard DH. Whole body protection during three hours of total circulatory arrest: an experimental study. </span><i><span style="font-weight: 400;">Cryobiology</span></i><span style="font-weight: 400;"> 1986 Dec; 23(6): 483-94. doi: 10.1016/0011-2240(86)90057-x.</span></li>
<li><span style="font-weight: 400;">Taylor MJ, Bailes JE, Elrifai AM, Shih TS, Teeple E, Leavitt ML, Baust JC, Maroon JC. Asanguineous whole body perfusion with a new intracellular acellular solution and ultraprofound hypothermia provides cellular protection during 3.5 hours of cardiac arrest in a canine model. </span><i><span style="font-weight: 400;">ASAIO J</span></i><span style="font-weight: 400;"> 1994 Jul-Sep; 40(3): M351-8. doi: 10.1097/00002480-199407000-00022.</span></li>
<li><a href="https://www.bbc.com/news/business-43259902"><span style="font-weight: 400;">https://www.bbc.com/news/business-43259902</span></a></li>
<li><span style="font-weight: 400;">Lemler J, Harris SB, Platt C, Huffman TM. The arrest of biological time as a bridge to engineered negligible senescence. Ann N Y Acad Sci 2004 Jun; 1019: 559-63. doi: 10.1196/annals.1297.104.</span></li>
<li><a href="https://www.cryonicsarchive.org/library/complete-list-of-alcor-cryopreservations/ct-scan-a-1002/"><span style="font-weight: 400;">https://www.cryonicsarchive.org/library/complete-list-of-alcor-cryopreservations/ct-scan-a-1002/</span></a></li>
<li><a href="https://www.cryonicsarchive.org/library/faq-technical-questions/#fracturing"><span style="font-weight: 400;">https://www.cryonicsarchive.org/library/faq-technical-questions/#fracturing</span></a></li>
<li><a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2011/02/08/wie-das-gehirn-erinnerungen-speichert"><span style="font-weight: 400;">https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2011/02/08/wie-das-gehirn-erinnerungen-speichert</span></a><span style="font-weight: 400;"> </span></li>
<li><span style="font-weight: 400;">Vita-More N, Barranco D. Persistence of Long-Term Memory in Vitrified and Revived Caenorhabditis elegans. </span><i><span style="font-weight: 400;">Rejuvenation Res</span></i><span style="font-weight: 400;"> 2015 Oct; 18(5): 458-63. doi: 10.1089/rej.2014.1636.</span></li>
<li><span style="font-weight: 400;">Canatelli-Mallat M, Lascaray F, Entraigues-Abramson M, Portiansky EL, Blamaceda N, Morel GR, Goya RG. Cryopreservation of a Human Brain and Its Experimental Correlate in Rats. </span><i><span style="font-weight: 400;">Rejuvenation Res</span></i><span style="font-weight: 400;"> 2020 Dec; 23(6): 516-525. doi: 10.1089/rej.2019.2245.</span></li>
<li><a href="https://www.tomorrow.bio/post/can-cryopreservation-store-memories"><span style="font-weight: 400;">https://www.tomorrow.bio/post/can-cryopreservation-store-memories</span></a><span style="font-weight: 400;"> </span></li>
<li><a href="https://www.fiercebiotech.com/research/restoring-neurons-to-preserve-memory-after-heart-attack-or-stroke"><span style="font-weight: 400;">https://www.fiercebiotech.com/research/restoring-neurons-to-preserve-memory-after-heart-attack-or-stroke</span></a></li>
<li><a href="https://www.amazon.de/Cryostasis-Revival-Recovery-Cryonics-Nanomedicine/dp/099681535X"><span style="font-weight: 400;">https://www.amazon.de/Cryostasis-Revival-Recovery-Cryonics-Nanomedicine/dp/099681535X</span></a></li>
<li><a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/advs.202101691"><span style="font-weight: 400;">https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/advs.202101691</span></a></li>
<li><a href="https://www.tomorrow.bio/post/recent-scientific-articles-cryopreservation"><span style="font-weight: 400;">https://www.tomorrow.bio/post/recent-scientific-articles-cryopreservation</span></a></li>
<li><a href="https://www.youtube.com/watch?v=GZkLBauiLL8"><span style="font-weight: 400;">https://www.youtube.com/watch?v=GZkLBauiLL8</span></a><span style="font-weight: 400;"> </span></li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: 400;">Weiterführende Quellen:</span></span></h4>
<ul>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Reperfusionsschaden"><span style="font-weight: 400;">https://de.wikipedia.org/wiki/Reperfusionsschaden</span></a><span style="font-weight: 400;"> </span></li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Vitrifizierung"><span style="font-weight: 400;">Vitrifizierung – Wikipedia</span></a></li>
<li><a href="https://waitbutwhy.com/2016/03/cryonics.html"><span style="font-weight: 400;">https://waitbutwhy.com/2016/03/cryonics.html</span></a><span style="font-weight: 400;"> </span></li>
<li><span style="font-weight: 400;">Best BP. Scientific justification of cryonics practice. </span><i><span style="font-weight: 400;">Rejuvenation Res</span></i><span style="font-weight: 400;"> 2008 Apr; 11(2): 493-503. doi: 10.1089/rej.2008.0661.</span></li>
<li><a href="https://www.alcor.org/library/introduction-to-alcor-procedures/"><span style="font-weight: 400;">https://www.alcor.org/library/introduction-to-alcor-procedures/</span></a></li>
<li><span style="font-weight: 400;">Cryopreservation Protocol von Alcor: </span><a href="https://www.alcor.org/library/alcor-human-cryopreservation-protocol/"><span style="font-weight: 400;">https://www.alcor.org/library/alcor-human-cryopreservation-protocol/</span></a></li>
<li><span style="font-weight: 400;">Klaus Sames erklärt den Ablauf: </span><a href="https://www.youtube.com/watch?v=SQrx1i_osns"><span style="font-weight: 400;">https://www.youtube.com/watch?v=SQrx1i_osns</span></a></li>
<li><span style="font-weight: 400;">Nina (Journalistin) trifft Emil Kendziorra (CEO von Tomorrow Biostasis): </span><a href="https://www.youtube.com/watch?v=awyW9n3bUYQ"><span style="font-weight: 400;">https://www.youtube.com/watch?v=awyW9n3bUYQ</span></a><span style="font-weight: 400;"> </span></li>
<li><span style="font-weight: 400;">Clips mit Max More zu relevanten Fragen bzgl. Ablauf:</span>
<ul>
<li><a href="https://www.youtube.com/watch?v=s9_uoXjsOSk"><span style="font-weight: 400;">https://www.youtube.com/watch?v=s9_uoXjsOSk</span></a></li>
<li><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Ap8b-3EUwn8"><span style="font-weight: 400;">https://www.youtube.com/watch?v=Ap8b-3EUwn8</span></a></li>
<li><a href="https://www.youtube.com/watch?v=p6HNLdRmQ04"><span style="font-weight: 400;">https://www.youtube.com/watch?v=p6HNLdRmQ04</span></a></li>
<li><a href="https://www.youtube.com/watch?v=p7h828TWtSk"><span style="font-weight: 400;">https://www.youtube.com/watch?v=p7h828TWtSk</span></a></li>
<li><a href="https://www.youtube.com/watch?v=EdFO-itHVCw"><span style="font-weight: 400;">https://www.youtube.com/watch?v=EditHVCw</span></a></li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Autoren: Moritz Pohl, korrekturgelesen von Sandra Borst</p>
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		<title>Was ist Kryonik?</title>
		<link>https://verjuengungsforschung.de/was-ist-kryonik?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=was-ist-kryonik</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sandra]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Oct 2023 08:44:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[science]]></category>
		<category><![CDATA[Kryokonservierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kryonik]]></category>
		<category><![CDATA[Notfallmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[sterben]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Vitrifizierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wiederbelebung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kryonik (auch Biostase genannt) ist der Plan B für alle Menschen, für welche die ersten Verjüngungstherapien voraussichtlich zu spät kommen. Dabei wird der Körper (oder bei einer Neurokonservierung auch nur das Gehirn) nach der Todeserklärung schrittweise auf -196°C heruntergekühlt und schließlich in flüssigem Stickstoff gelagert. Bei dieser Temperatur stoppt alle biologische Aktivität. Ziel ist es, den Körper so lange aufzubewahren, bis zukünftige Technologien es möglich machen, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kryonik (auch Biostase genannt) ist der <strong>Plan B</strong> für alle Menschen, für welche die ersten Verjüngungstherapien voraussichtlich zu spät kommen. Dabei wird der Körper (oder bei einer Neurokonservierung auch nur das Gehirn) <strong>nach</strong> der <strong>Todeserklärung</strong> <strong>schrittweise</strong> auf -196°C <strong>heruntergekühlt</strong> und schließlich in <strong>flüssigem Stickstoff</strong> gelagert. Bei dieser Temperatur stoppt alle biologische Aktivität. Ziel ist es, den Körper so lange aufzubewahren, bis zukünftige Technologien es möglich machen, diesen Menschen wiederzubeleben und seine Todesursache zu beseitigen. Der Begriff kommt vom griechischen Wort “kryos”, was übersetzt so viel wie “Frost” oder “Eiseskälte” bedeutet.</p>
<h3 class="wp-block-heading">Geschichte und Status quo der Kryonik</h3>
<p>Als Pionier der Kryonik gilt der amerikanische Hochschullehrer Robert Ettinger. Im Jahr 1962 hat er das Buch “The Prospect of Immortality”<sup class="fn" data-fn="0ce6073f-a00c-468c-8261-af856b84ac18">1</sup> veröffentlicht und damit die Kryonik-Bewegung gestartet. 1967 hat sich der erste Mensch einfrieren lassen – James Bedford, ein Psychologieprofessor aus den USA.<sup class="fn" data-fn="07973851-6ba0-4188-b6ed-3f0d42847710">2</sup> Mittlerweile werden weltweit rund <strong>500 Menschen</strong> in dafür vorgesehenen Einrichtungen <strong>aufbewahrt</strong> und <strong>über 4000</strong> haben bereits einen <strong>Vertrag </strong>abgeschlossen.<sup class="fn" data-fn="bc9f21b2-2857-4889-b8f0-d19d3e880531">3</sup> Darunter sind auch einige Celebritys, wie diese Liste zeigt.<sup class="fn" data-fn="cee871af-ecdd-4092-997b-38e5c863960e">4</sup></p>
<h4 class="wp-block-heading">Kryonik-Anbieter</h4>
<p>Die drei weltweit größten Anbieter sind die <em>Alcor Life Extension Foundation</em> (Scottsdale, Arizona), das <em>Cryonics Institute</em> (Clinton Township, Michigan) und <em>KrioRus</em> (Moskau, Russland). Aber auch in Europa und sogar in Deutschland gibt es Organisationen, die Kryonik anbieten: zum Beispiel das Berliner Startup <em>Tomorrow Biostasis</em>. Die Interessengemeinschaft <em>Cryonics Germany</em> bietet neben einer Neurokonservierung in Deutschland zudem eine Möglichkeit zum Austausch und hilft bei rechtlichen, finanziellen, organisatorischen und technischen Fragen weiter.<sup class="fn" data-fn="e55921e0-3935-4552-b6ce-e166d5b3b7bf">5</sup></p>
<p><a href="https://verjuengungsforschung.de/kryonikanbieter-im-vergleich">Mehr über die verschiedenen Kryonikanbieter erfahren</a></p>
<h4 class="wp-block-heading">Vitrifizierung</h4>
<p>Kryokonservierung wird bereits routinemäßig bei Herzklappen, größeren Blutgefäßen, menschlicher Haut, Sperma und befruchteten Eizellen (siehe In-vitro-Fertilisation) angewendet.<sup class="fn" data-fn="151cc681-afa0-4101-96c0-ba813be7888e">6</sup> Der heutzutage wichtigste Schritt: die <strong>Vitrifizierung</strong>. Dabei werden die Körperflüssigkeiten durch einen sogenannten <strong>Kryoprotektor</strong> ersetzt. Das ist notwendig, weil es beim Gefrieren normalerweise zur Bildung von <strong>Eiskristallen</strong> kommt, die die Zellmembran und damit das Gewebe zerstören. Der Kryoprotektor nimmt beim Gefrieren einen <strong>glasartigen Zustand</strong> an, ohne Kristalle zu bilden.<sup class="fn" data-fn="4a4d6105-8a0d-4d88-b555-cfb53dd69220">7</sup></p>
<ul>
<li><a href="https://verjuengungsforschung.de/kryonik-ablauf-einer-kryokonservierung">Mehr über den Ablauf der Kryokonservierung erfahren</a></li>
<li><a href="https://verjuengungsforschung.de/kryonik-kryoprotektoren-zur-vitrifizierung">Mehr über die verschiedenen Kryoprotektoren erfahren</a></li>
</ul>
<h3 class="wp-block-heading">Der Tod als umkehrbarer Prozess</h3>
<p>Wie sollen aber Menschen, die bereits tot sind, in Zukunft wieder leben können? Der Tod ist <strong>kein einmaliges Ereignis</strong>, sondern vielmehr ein neurologischer <strong>Prozess</strong>, der eintritt, sobald das Herz zu schlagen aufhört.<sup class="fn" data-fn="df093566-1d22-4ab3-a056-dee47abc4273">8</sup> Das Ziel von Kryonik ist, diesen <strong>Prozess</strong> zu <strong>unterbrechen</strong> und zu <strong>stoppen</strong> – innerhalb eines Zeitfensters, in dem er in Zukunft umkehrbar sein könnte.<sup class="fn" data-fn="3ddce6e7-e58c-4306-ab13-3edcc238c9b5">9</sup> Ärzte erklären einen Patienten dann für tot, wenn sie ihn mit der gegenwärtig verfügbaren Medizin nicht mehr ins Leben zurückholen können. Früher ist das bei Herzstillstand der Fall gewesen. Mittlerweile rettet die in den 1950er-Jahren entwickelte Herz-Lungen-Wiederbelebung tagtäglich Menschen auf der ganzen Welt, die einen Herzstillstand erlitten haben. Die Wissenschaft verschiebt ständig die Grenzen dessen, was als “tot” gilt.</p>
<p>Kryonik will diese Grenzen weiter ausdehnen: Sie sorgt dafür, dass sich der Zustand des Patienten nicht noch weiter verschlechtert und gibt der weitaus fortschrittlicheren Technologie der Zukunft eine Chance, das Problem des Patienten zu beheben und ihn zurück ins Leben zu holen. Insofern ist Kryonik also lediglich eine <strong>Erweiterung der Notfallmedizin</strong> – eine Art Krankenwagen in die Zukunft.<sup class="fn" data-fn="7bf0f8d3-6395-4091-b9d8-0fea175faf82">10</sup> Auch nach dem Erreichen biologischer Unsterblichkeit wird sie immer noch von Nutzen sein, beispielsweise um Todesfälle durch Unfälle oder nicht altersbedingte Krankheiten zu verhindern.<sup class="fn" data-fn="215e3ee7-a05e-45c5-b767-cf1bab7a9eed">11</sup></p>
<p>Der Tod einer Person ist erst dann endgültig, wenn die für das <strong>Gedächtnis</strong> und die <strong>Persönlichkeit notwendige Struktur</strong> (also die Information, die eine Person ausmacht) so weit <strong>zerstört</strong> ist, dass es theoretisch unmöglich ist, die Person wiederherzustellen. Dieses Konzept ist als <strong>informationstheoretischer Tod</strong> (engl. “information-theoretic death”) bekannt.<sup class="fn" data-fn="c02c5468-62f6-468c-a460-287a494651e6">12</sup></p>
<h3 class="wp-block-heading">Bisherige Erfolge in der Kryokonservierung</h3>
<p>Welche Erfolge gibt es bereits? Wir haben es bisher noch nicht geschafft, Menschen aufzuwärmen und wiederzubeleben. Allerdings: Bei <strong>einzelnen größeren Organen</strong> wie Nieren funktioniert der Prozess bereits. 2009 hat beispielsweise eine Forschungsgruppe unter der Leitung des Kryobiologen Greg Fahy es erstmals geschafft, die Niere eines Hasen zu vitrifizieren, zu kryokonservieren und so in einen anderen Hasen zu transplantieren, dass sie auch weiterhin normal funktioniert hat.<sup class="fn" data-fn="a037fb44-9baa-411f-87c0-4a8bfe326aa0">13</sup> Eine Studie im Jahr 2015 hat gezeigt, dass <strong>Modellorganismen</strong> (Fadenwürmer) <strong>kryokonserviert</strong> und wiederbelebt werden können, wobei ihre <strong>Erinnerungen intakt</strong> bleiben.<sup class="fn" data-fn="24e06305-6b7f-41a5-950e-476ba4443847">14</sup> Ebenfalls unter Fahys Leitung haben Forscher 2015 zudem das erste Mal Hasen- und Schweinegehirne so vitrifiziert und wieder aufgewärmt, dass die <strong>neuronale Vernetzung</strong> im gesamten Gehirn (das sogenannte <strong>Konnektom</strong>) nahezu <strong>perfekt erhalten</strong> geblieben ist.<sup class="fn" data-fn="b5251e4a-fc28-4ab8-aae3-d609107b10a0">15</sup> Mehr zur dafür verwendeten Methode findet ihr in unserem Post über die aktuelle Forschung im Bereich Kryonik!</p>
<p>Das Problem: Auch mit Vitrifizierung erleidet der kryokonservierte Körper <strong>immer noch beträchtliche Schäden</strong> – möglicherweise zu viele Schäden, um in Zukunft durch Aufwärmen wiederbelebt zu werden. (Eine andere Möglichkeit zur Wiederbelebung ist Mind-Uploading.<sup class="fn" data-fn="1e3a40da-b929-4aaa-b515-106a09f9c0eb">16</sup> Davon sind wir aber noch weit entfernt, denn wir haben noch viel darüber zu lernen, wie das menschliche Gehirn funktioniert.) Die Vitrifizierung von größeren Tieren oder Menschen ist deshalb noch nicht umkehrbar, weil für die Erhaltung von solch großen Strukturen sehr viel Kryoprotektor nötig ist. Dadurch wird die Wiederherstellung der Zellfunktion mit derzeit verfügbarer Technologie unmöglich.</p>
<h3 class="wp-block-heading">Heliumpersufflation: ein Ansatz mit großem Potenzial</h3>
<p>Erfreulicherweise gibt es einen neuen Ansatz, der das bald ändern könnte: <strong>Heliumpersufflation</strong>. Dabei wird <strong>kaltes Helium</strong> durch die <strong>Blutgefäße</strong> gepumpt. Der große Vorteil ist, dass der Körper damit viel schneller auf unter -120°C gekühlt werden kann als mit der alten Methode. Außerdem lassen sich so die <strong>Brüche im Gewebe vermeiden</strong>, die bisher noch auftreten. Der Ansatz hat auch abgesehen von Kryonik das Potenzial, zahlreiche Leben zu retten: <strong>Organtransplantationen</strong> wären dadurch in viel <strong>größerem Umfang</strong> möglich als heute. Keinice Bio, das Unternehmen, welches diese Technologie vorantreibt, wird unter anderem von der LEV Foundation finanziert.<sup class="fn" data-fn="1844d093-c30c-4e22-ac54-e1e34aa6066b">17</sup></p>
<h3 class="wp-block-heading">Wie soll die Wiederbelebung funktionieren?</h3>
<p>Wie könnte die Wiederbelebung in Zukunft (abgesehen von Uploading) aussehen? Die Frage ist deshalb schwer zu beantworten, weil sie <strong>von Technologien abhängig</strong> ist, die <strong>heutzutage noch nicht</strong> in der nötigen Form <strong>existieren</strong>. Aktuelle technologische Fortschritte sind allerdings vielversprechend – unter anderem in Bereichen wie Tissue Engineering, biologischer 3D-Druck und Nanotechnologie. Letztere wäre wahrscheinlich notwendig, um die vor und während der Konservierung entstandenen Schäden auf molekularer Ebene wirklich umfassend zu reparieren. Der Nanotechnologe Robert Freitas hat 2022 das 700-seitige Buch “Cryostasis Revival: The Recovery of Cryonics Patients through Nanomedicine”<sup class="fn" data-fn="3a57b426-dc0c-4cfd-9a79-e7dec70d5c8c">18</sup> veröffentlicht, in dem er einen möglichen Weg zur Reanimation und Wiederherstellung der Gesundheit von kryokonservierten Menschen aufzeigt. Hier<sup class="fn" data-fn="1eab8834-59ef-45f0-9859-ccbc0f83ade8">19</sup> ist seine Zusammenfassung des Buches, in dem er das von ihm ausgearbeitete Konzept kurz vorstellt.</p>
<h3 class="wp-block-heading">Finanzierung, rechtliche Aspekte und Weiteres zur Kryonik</h3>
<p>Stellt sich nur noch die Frage nach dem rechtlichen Rahmen und der Finanzierung. In einem unserer nächsten Beiträge der Kryonik-Serie gehen wir ausführlich darauf ein. Soviel vorweg: Ein Vertrag zur Kryokonservierung ist für die meisten Menschen <strong>gut finanzierbar</strong> – über eine Lebensversicherung. Und es gibt auch die Möglichkeit, Haustiere kryokonservieren zu lassen: In der Alcor Life Extension Foundation werden bereits knapp 100 Tiere in flüssigem Stickstoff aufbewahrt.<sup class="fn" data-fn="2feb1efb-d847-4de1-bdbc-a04b657b8a0b">20</sup></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="text-decoration: underline;">Quellen</span></h4>
<ol class="wp-block-footnotes">
<li id="0ce6073f-a00c-468c-8261-af856b84ac18"><a href="https://www.amazon.com/Prospect-Immortality-Robert-C-Ettinger/dp/097434723X">https://www.amazon.com/Prospect-Immortality-Robert-C-Ettinger/dp/097434723X</a> <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#0ce6073f-a00c-468c-8261-af856b84ac18-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="07973851-6ba0-4188-b6ed-3f0d42847710"><a href="https://www.cryonicsarchive.org/library/dear-dr-bedford-an-open-letter-to-the-first-frozen-man/">https://www.cryonicsarchive.org/library/dear-dr-bedford-an-open-letter-to-the-first-frozen-man/</a> <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#07973851-6ba0-4188-b6ed-3f0d42847710-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="bc9f21b2-2857-4889-b8f0-d19d3e880531"><a href="https://www.tomorrow.bio/glossary/how-many-people-are-currently-cryonically-preserved">https://www.tomorrow.bio/glossary/how-many-people-are-currently-cryonically-preserved</a> <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#bc9f21b2-2857-4889-b8f0-d19d3e880531-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 3 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="cee871af-ecdd-4092-997b-38e5c863960e"><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_people_who_arranged_for_cryonics">https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_people_who_arranged_for_cryonics</a> <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#cee871af-ecdd-4092-997b-38e5c863960e-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 4 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="e55921e0-3935-4552-b6ce-e166d5b3b7bf">Websites: <a href="https://www.alcor.org/">https://www.alcor.org/</a> | <a href="https://cryonics.org/">https://cryonics.org/</a> | <a href="https://kriorus.ru/en">https://kriorus.ru/en</a> | <a href="https://www.tomorrow.bio/">https://www.tomorrow.bio/</a> | <a href="https://cryonics-germany.org/">https://cryonics-germany.org/</a> <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#e55921e0-3935-4552-b6ce-e166d5b3b7bf-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 5 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="151cc681-afa0-4101-96c0-ba813be7888e"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kryokonservierung">https://de.wikipedia.org/wiki/Kryokonservierung</a> <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#151cc681-afa0-4101-96c0-ba813be7888e-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 6 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="4a4d6105-8a0d-4d88-b555-cfb53dd69220">Fahy GM, Wowk B. Principles of cryopreservation by vitrification. <em>Methods Mol Biol</em> 2015; 1257: 21-82. doi: 10.1007/978-1-4939-2193-5_2. PMID: 25428002. <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#4a4d6105-8a0d-4d88-b555-cfb53dd69220-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 7 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="df093566-1d22-4ab3-a056-dee47abc4273"><a href="https://www.alcor.org/library/faq-scientists-questions/#death">https://www.alcor.org/library/faq-scientists-questions/#death</a> <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#df093566-1d22-4ab3-a056-dee47abc4273-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 8 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="3ddce6e7-e58c-4306-ab13-3edcc238c9b5"><a href="https://www.alcor.org/what-is-cryonics/">https://www.alcor.org/what-is-cryonics/</a> <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#3ddce6e7-e58c-4306-ab13-3edcc238c9b5-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 9 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="7bf0f8d3-6395-4091-b9d8-0fea175faf82"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=JwNNdG4MZvc">https://www.youtube.com/watch?v=JwNNdG4MZvc</a> <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#7bf0f8d3-6395-4091-b9d8-0fea175faf82-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 10 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="215e3ee7-a05e-45c5-b767-cf1bab7a9eed"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=nsUWw0I_-HY&amp;t=947s">https://www.youtube.com/watch?v=nsUWw0I_-HY&amp;t=947s</a> <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#215e3ee7-a05e-45c5-b767-cf1bab7a9eed-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 11 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="c02c5468-62f6-468c-a460-287a494651e6"><a href="https://en.longevitywiki.org/wiki/Information_theoretic_death">https://en.longevitywiki.org/wiki/Information_theoretic_death</a> <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#c02c5468-62f6-468c-a460-287a494651e6-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 12 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="a037fb44-9baa-411f-87c0-4a8bfe326aa0">Fahy GM, Wowk B, Pagotan R, Chang A, Phan J, Thomson B, Phan L. Physical and biological aspects of renal vitrification. <em>Organogenesis</em> 2009 Jul; 5(3): 167-75. doi: 10.4161/org.5.3.9974. PMID: 20046680; PMCID: PMC2781097. <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#a037fb44-9baa-411f-87c0-4a8bfe326aa0-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 13 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="24e06305-6b7f-41a5-950e-476ba4443847">Vita-More N, Barranco D. Persistence of Long-Term Memory in Vitrified and Revived Caenorhabditis elegans. <em>Rejuvenation Res</em> 2015 Oct; 18(5): 458-63. doi: 10.1089/rej.2014.1636. Epub 2015 Aug 20. PMID: 25867710; PMCID: PMC4620520. <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#24e06305-6b7f-41a5-950e-476ba4443847-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 14 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="b5251e4a-fc28-4ab8-aae3-d609107b10a0">McIntyre RL, Fahy GM. Aldehyde-stabilized cryopreservation. <em>Cryobiology</em> 2015 Dec; 71(3): 448-58. doi: 10.1016/j.cryobiol.2015.09.003. Epub 2015 Sep 25. PMID: 26408851. <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#b5251e4a-fc28-4ab8-aae3-d609107b10a0-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 15 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="1e3a40da-b929-4aaa-b515-106a09f9c0eb"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mind_uploading">https://de.wikipedia.org/wiki/Mind_uploading</a> <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#1e3a40da-b929-4aaa-b515-106a09f9c0eb-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 16 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="1844d093-c30c-4e22-ac54-e1e34aa6066b"><a href="https://www.levf.org/projects">https://www.levf.org/projects</a> <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#1844d093-c30c-4e22-ac54-e1e34aa6066b-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 17 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="3a57b426-dc0c-4cfd-9a79-e7dec70d5c8c"><a href="https://www.amazon.de/Cryostasis-Revival-Recovery-Cryonics-Nanomedicine/dp/099681535X">https://www.amazon.de/Cryostasis-Revival-Recovery-Cryonics-Nanomedicine/dp/099681535X</a> <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#3a57b426-dc0c-4cfd-9a79-e7dec70d5c8c-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 18 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="1eab8834-59ef-45f0-9859-ccbc0f83ade8"><a href="https://www.alcor.org/docs/cryostasis-revival-summary.pdf">https://www.alcor.org/docs/cryostasis-revival-summary.pdf</a> <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#1eab8834-59ef-45f0-9859-ccbc0f83ade8-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 19 navigieren">↩︎</a></li>
<li id="2feb1efb-d847-4de1-bdbc-a04b657b8a0b"><a href="https://www.euronews.com/next/2023/01/15/inside-the-us-facility-where-199-legally-dead-humans-and-almost-100-pets-await-being-reviv">https://www.euronews.com/next/2023/01/15/inside-the-us-facility-where-199-legally-dead-humans-and-almost-100-pets-await-being-reviv</a> <a href="https://gfaf-ev.de/was-ist-kryonik/#2feb1efb-d847-4de1-bdbc-a04b657b8a0b-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 20 navigieren">↩︎</a></li>
</ol>
<p>Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/arenamontanus/8111396819 (mit Veränderungen)</p>
<h4 class="wp-block-heading"><span style="text-decoration: underline;">Weiterführende Quellen:</span></h4>
<p>Für immer jung mit Kleine-Gunk: Wie mit Hilfe von Kryonik der Tod ausgetrickst werden soll: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=_C-JVeDntZ4">https://www.youtube.com/watch?v=_C-JVeDntZ4</a> </p>
<p>Wait But Why – Why Cryonics Makes Sense: <a href="https://waitbutwhy.com/2016/03/cryonics.html">https://waitbutwhy.com/2016/03/cryonics.html</a> </p>
<p>ARD Mediathek: NDR – Leben nach dem Tod: “Ich lasse mich einfrieren”: <a href="https://www.ardmediathek.de/video/deep-und-deutlich/leben-nach-dem-tod-ich-lasse-mich-einfrieren/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9lZDYxNDA5OC1kNmNjLTRmNjItYjUzNi01ZTY3ZTU1NTQ5MDE">https://www.ardmediathek.de/video/deep-und-deutlich/leben-nach-dem-tod-ich-lasse-mich-einfrieren/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9lZDYxNDA5OC1kNmNjLTRmNjItYjUzNi01ZTY3ZTU1NTQ5MDE</a></p>
<p>Talk von Tanya Jones über Kryonik auf einer ideacity-Konferenz – “Extending Lives Through Cold”: <a href="https://www.ideacity.ca/video/tanya-jones-extending-lives-cold/">https://www.ideacity.ca/video/tanya-jones-extending-lives-cold/</a></p>
<p>Ausführlicher wissenschaftlicher Artikel mit Argumenten, warum Kryonik Sinn macht (“Scientific Justification of Cryonics Practice”): <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4733321/">https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4733321/</a> </p>
<p>FAQ von Tomorrow Biostasis: <a href="https://www.tomorrow.bio/de/faq">https://www.tomorrow.bio/de/faq</a> </p>
<p>FAQ von Alcor: <a href="https://www.alcor.org/library/frequently-asked-questions/">https://www.alcor.org/library/frequently-asked-questions/</a> </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://verjuengungsforschung.de/was-ist-kryonik">Was ist Kryonik?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://verjuengungsforschung.de">Partei für Verjüngungsforschung</a>.</p>
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