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	<title>Altern Archive | Partei für Verjüngungsforschung</title>
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		<title>Warum erhöht die Behandlung und Erforschung einzelner Alterskrankheiten die Lebensdauer nur geringfügig?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sandra]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Apr 2024 10:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[science]]></category>
		<category><![CDATA[Altern]]></category>
		<category><![CDATA[Alterskrankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Aubrey de Grey]]></category>
		<category><![CDATA[David Sinclair]]></category>
		<category><![CDATA[Informatonstheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Reparaturansatz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Deutschland werden jedes Jahr 1,5 Milliarden in die Forschung im Bereich Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften investiert.1 Ein Großteil dieser Gelder gehen in die Forschung spezifischer Krankheiten ein, wie beispielsweise Alzheimer-Demenz oder Krebs. Aber ist das Geld in der Forschung zu spezifischen Alterskrankheiten am sinnvollsten angelegt? Wie viel bringt diese Forschung, wenn sie erfolgreich ist? Wie [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://verjuengungsforschung.de/warum-erhoeht-die-behandlung-und-erforschung-einzelner-krankheiten-die-lebensdauer-nur-geringfuegig">Warum erhöht die Behandlung und Erforschung einzelner Alterskrankheiten die Lebensdauer nur geringfügig?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://verjuengungsforschung.de">Partei für Verjüngungsforschung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="OYPEnA text-decoration-none text-strikethrough-none">In Deutschland werden jedes Jahr 1,5 Milliarden in die Forschung im Bereich Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften investiert.<sup>1</sup> Ein Großteil dieser Gelder gehen in die Forschung spezifischer Krankheiten ein, wie beispielsweise Alzheimer-Demenz oder Krebs.</span></p>
<p><span class="OYPEnA text-decoration-none text-strikethrough-none"><strong>Aber ist das Geld in der Forschung zu spezifischen Alterskrankheiten am sinnvollsten angelegt?</strong> Wie viel bringt diese Forschung, wenn sie erfolgreich ist? Wie viel an (gesunder) Lebensdauer wird gewonnen, sobald man gegen eine der chronischen Krankheiten eine Behandlung entwickelt hat?</span></p>
<h2>Chronische Krankheiten im Alter</h2>
<div id="attachment_5221" style="width: 447px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-5221" class="wp-image-5221" src="https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2023/12/Forschung_an_Alterskrankheiten_Auswirkung_auf_Lebensdauer-300x297.webp" alt="Statistik, ab welchem Alter welche chronische Erkrankung auftritt" width="437" height="433" srcset="https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2023/12/Forschung_an_Alterskrankheiten_Auswirkung_auf_Lebensdauer-300x297.webp 300w, https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2023/12/Forschung_an_Alterskrankheiten_Auswirkung_auf_Lebensdauer-150x150.webp 150w, https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2023/12/Forschung_an_Alterskrankheiten_Auswirkung_auf_Lebensdauer-768x761.webp 768w, https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2023/12/Forschung_an_Alterskrankheiten_Auswirkung_auf_Lebensdauer.webp 960w" sizes="(max-width: 437px) 100vw, 437px" /><p id="caption-attachment-5221" class="wp-caption-text"><em>Krankheitshäufigkeit der häufigsten chronischen Erkrankungen abhängig vom Alter<sup>2</sup></em></p></div>
<p>Die abgebildete Statistik aus einer Studie, die man in Nature nachlesen kann, zeigt, dass die <strong>Krankheitshäufigkeit</strong> der abgebildeten chronischen Krankheiten ab dem zwanzigsten Lebensjahr <strong>exponentiell steigt</strong>. Denn was zunächst wie ein linearer Graph wirkt, ist ein exponentieller, wenn man sich die Beschriftung der y-Achse genauer ansieht. Um das zu verdeutlichen: Mit 70 an einer der dargestellten chronischen Krankheiten zu erkranken ist tausendfach wahrscheinlicher als mit 20.</p>
<p>Bei der Studie wurden Teilnehmer, die mehr als eine Krankheit hatten, für jede Krankheit gezählt. Hat ein Teilnehmer beispielsweise Krebs und COPD, so zählte er einmal als Krankheitsauftreten bei Krebs mit in die Statistik und einmal als Krankheitsauftreten bei COPD. </p>
<h3>Exponentieller Anstieg der Erkrankungswahrscheinlichkeit mit dem Alter</h3>
<p>Die Wahrscheinlichkeit, an den untersuchten chronischen Krankheiten zu erkranken, steigt bei jeder der untersuchten Krankheiten exponentiell. Das bedeutet, dass es ab einem gewissen Alter sehr wahrscheinlich ist, an diesen zu erkranken. Und dass es nur ein Jahr später sehr viel wahrscheinlicher ist als ein Jahr zuvor. Und so weiter.</p>
<p>Was das auch bedeutet: Wenn man ab einem gewissen Alter an einer der chronischen Krankheiten erkrankt, beispielsweise an Krebs, und es tatsächlich durch eine erfolgreiche Krebsbehandlung schafft, den Krebs loszuwerden, erwartet einen kurz darauf sehr wahrscheinlich bereits <strong>die nächste chronische Krankheit</strong>, beispielsweise Diabetes. Dies liegt daran, wie gerade ausgeführt, dass mit erhöhtem Alter die Wahrscheinlichkeit immens hoch ist, an den genannten chronischen Krankheiten zu erkranken.</p>
<p>Das bedeutet, dass die <strong>Lebensspanne durch die Behandlung einer einzigen chronischen Krankheit nicht stark ansteigen wird</strong>. </p>
<blockquote>
<p>Das ist der Grund, warum die derzeitigen Lösungen, die sich ausschließlich auf die Heilung einzelner Krankheiten konzentrieren, sowohl teuer als auch sehr ineffizient sind, wenn wir bei unserem Ansinnen, länger in Gesundheit zu leben, Fortschritte erzielen wollen. Wir brauchen eine Medizin, die alle Hürden [Anm.: &#8222;Hürden im Sinne von Alterskrankheiten/chronische Krankheiten] beseitigt.</p>
<p>David Sinclair, &#8222;Das Ende des Alterns&#8220;, S. 122</p>
</blockquote>
<h2>Das Ende der Gesundheitsspanne</h2>
<p style="text-align: left;">Eine der Linien (Healthspan) repräsentiert keine Krankheit, sondern das Alter, ab dem die erste Krankheit beginnt &#8211; also der Zeitpunkt, ab dem die Gesundheitsspanne endet. Der Anfangspunkt der chronischen Erkrankung eines Menschen. Interessant ist, dass die Gesundheitsspanne bei den meisten mit einer Krebserkrankung, einem Myokardinfarkt oder Diabetes endet, und nur in sehr seltenen Fällen mit dem Tod. Das heißt, dass die meisten Menschen eine Phase in ihrem Leben haben, in der sie <strong>chronisch krank sind, bevor sie sterben.</strong> </p>
<table class="data last-table alignleft" style="width: 39.694%;">
<thead class="c-article-table-head">
<tr>
<th style="width: 31.9648%;" colspan="2">
<p><span style="font-size: 10pt;">Clinical data</span></p>
</th>
<th style="width: 26.6862%;" colspan="2">
<p><span style="font-size: 10pt;">Interview data</span></p>
</th>
<th style="width: 28.739%;" colspan="2">
<p><span style="font-size: 10pt;">Combined data</span></p>
</th>
</tr>
<tr>
<th class="u-text-left " style="width: 18.7683%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">Events</span></p>
</th>
<th class="u-text-char " style="width: 13.1965%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">%</span></p>
</th>
<th class="u-text-left " style="width: 7.43892%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">Events</span></p>
</th>
<th class="u-text-char " style="width: 19.2473%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">%</span></p>
</th>
<th class="u-text-left " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">Events</span></p>
</th>
<th class="u-text-char " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">%</span></p>
</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td class="u-text-left " style="width: 18.7683%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">Cancer</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 13.1965%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">66,214</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 7.43892%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">51.4</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 19.2473%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">41,485</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">48.6</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">74,172</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 3.01205%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">51.3</span></p>
</td>
</tr>
<tr>
<td class="u-text-left " style="width: 18.7683%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">Diabetes</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 13.1965%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">20,019</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 7.43892%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">15.5</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 19.2473%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">23,134</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">27.1</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">26,026</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 3.01205%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">18.0</span></p>
</td>
</tr>
<tr>
<td class="u-text-left " style="width: 18.7683%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">MI</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 13.1965%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">25,649</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 7.43892%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">19.9</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 19.2473%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">10,150</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">11.9</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">24,751</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 3.01205%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">17.1</span></p>
</td>
</tr>
<tr>
<td class="u-text-left " style="width: 18.7683%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">Stroke</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 13.1965%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">4731</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 7.43892%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">3.7</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 19.2473%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">6070</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">7.1</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">6902</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 3.01205%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">4.8</span></p>
</td>
</tr>
<tr>
<td class="u-text-left " style="width: 18.7683%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">COPD</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 13.1965%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">6211</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 7.43892%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">4.8</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 19.2473%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">1484</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">1.7</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">5881</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 3.01205%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">4.1</span></p>
</td>
</tr>
<tr>
<td class="u-text-left " style="width: 18.7683%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">Dementia</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 13.1965%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">769</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 7.43892%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">0.6</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 19.2473%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">2889</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">3.4</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">2706</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 3.01205%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">1.9</span></p>
</td>
</tr>
<tr>
<td class="u-text-left " style="width: 18.7683%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">Death</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 13.1965%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">2411</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 7.43892%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">1.9</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 19.2473%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">0</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">0.0</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">2399</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 3.01205%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">1.7</span></p>
</td>
</tr>
<tr>
<td class="u-text-left " style="width: 18.7683%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">CHF</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 13.1965%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">2850</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 7.43892%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">2.2</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 19.2473%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">231</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">0.3</span></p>
</td>
<td class="u-text-left " style="width: 14.3695%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">1883</span></p>
</td>
<td class="u-text-char " style="width: 3.01205%;">
<p><span style="font-size: 10pt;">1.3</span></p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>Die Tabelle zeigt für die 300.447 Teilnehmer der Studie, durch welche Vorfälle ihre Gesundheitsspanne beendet wurde. Am häufigsten sind Krebs und Diabetes. Nur in weniger als 2% aller Fälle beendete der Tod die Gesundheitsspanne.<sup>2</sup></p>
<h2>Verlängerung der Krankheitsspanne</h2>
<p>Gerade haben wir erläutert: Für eine chronische Krankheit eine Behandlung entwickelt zu haben und durchzuführen bringt nicht viel an (gesunder) Lebenszeit. Meist lebt die Person dann nur wenige Jahre länger (gesund) als wenn sie nicht behandelt worden wäre. Doch diese hinzugewonnenen Jahre werden meist nicht in Gesundheit verbracht, sondern in Krankheit &#8211; eine der anderen Krankheiten, die noch nicht behandelt wurden. Dies liegt, wie oben bereits erläutert, daran, dass im hohen Alter für jede der aufgeführten chronischen Erkrankungen die Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches höher ist, daran zu erkranken, als in jüngerem Alter. <strong>Nur in der Behandlung einer einzelnen chronischen Erkrankung erfolgreich zu sein, bringt also vergleichsweise wenig mehr an Lebensqualität.</strong></p>
<blockquote>
<p>Wir haben die Mortalität stärker vermindert als die Morbidität.</p>
<p>Eileen Crimmins<sup>3</sup></p>
</blockquote>
<h2>Die häufigsten chronischen Krankheiten &#8211; das Alter als Risikofaktor</h2>
<p>Laut einer Studie werden bei 85-jährigen Männern durchschnittlich vier verschiedene Krankheiten diagnostiziert, bei Frauen sogar fünf.<sup>4</sup> Es sind &#8222;unterschiedliche Krankheiten mit unterschiedlichen Krankheitsmechanismen. (&#8230;) Aber für alle ist das Alter ein Risikofaktor. Es ist sogar der Risikofaktor.&#8220;<sup>5</sup></p>
<p>Alles in allem ist es deshalb nicht sinnvoll, ausschließlich an der<strong> Behandlung einzelner Alterskrankheiten</strong> zu forschen. Aber was wäre eine sinnvolle Ergänzung?</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Verjüngungsforschung, der Reparaturansatz und die Informationstheorie des Alterns</h2>
<p>Vermutlich braucht es zusätzlich zur Forschung an Behandlungen gegen Alterskrankheiten einen weiteren Forschungszweig: die sogenannte Verjüngungsforschung, zu der unter anderem zwei grundlegende Ansätze gehören:</p>
<h3><span style="text-decoration: underline;">Der Reparaturansatz: Altern als das Anhäufen von Schäden, die beseitigt werden können</span></h3>
<div id="attachment_5532" style="width: 320px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-5532" class=" wp-image-5532" src="https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2024/04/Schadenskategorien_nach_Aubrey_de_Grey_Ursachen_des_Alterns.png" alt="Eine Tabelle zum Reparaturansach nach Aubrey de Grey: Zeigt die verschiedenen Kategorien an Schäden, die sich mit dem Alter anhäufen und dazu passende Verjüngungstherapien." width="310" height="230" srcset="https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2024/04/Schadenskategorien_nach_Aubrey_de_Grey_Ursachen_des_Alterns.png 1080w, https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2024/04/Schadenskategorien_nach_Aubrey_de_Grey_Ursachen_des_Alterns-300x222.png 300w, https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2024/04/Schadenskategorien_nach_Aubrey_de_Grey_Ursachen_des_Alterns-1024x759.png 1024w, https://verjuengungsforschung.de/wp-content/uploads/2024/04/Schadenskategorien_nach_Aubrey_de_Grey_Ursachen_des_Alterns-768x569.png 768w" sizes="(max-width: 310px) 100vw, 310px" /><p id="caption-attachment-5532" class="wp-caption-text">Reparaturansatz: Ursachen des Alterns nach Aubrey de Grey: Schadenskategorien und Therapieansätze</p></div>
<p>Beim <strong>Reparaturansatz</strong> wird das <strong>Altern als das Anhäufen von verschiedenen Schäden</strong> interpretiert, die sich in 7 Kategorien einteilen lassen. Die Schäden innerhalb einer Kategorie sind ähnlich geartet, sodass gegen sie mit der gleichen Art der Therapie vorgegangen werden kann. </p>
<p>Der Reparatursansatz ändert den Fokus. Während man bei der Forschung für Behandlungen gegen Alterskrankheiten sich oftmals darin verliert, Behandlungen gegen die Symptome zu entwickeln oder sich in komplexen Stoffwechselwegen verirrt, lenkt der Reparaturansatz den Fokus auf etwas anderes: die Ebene der Schäden. Für den Reparaturansatz muss man also nicht genau verstehen, wie Alterskrankheiten auf molekularer Ebene entstehen oder wie man gegen die Symptome vorgehen kann. Man muss lediglich die 7 Schäden insoweit verstehen, dass man effektive Therapien gegen sie entwickeln kann. Entwickelt man<strong> Therapien gegen jede Schadenskategorie</strong> &#8211; so die These &#8211; kommt es erst gar nicht zu den Alterskrankheiten, die wir heute kennen.</p>
<h3><span style="text-decoration: underline;">Die Informationstheorie des Alterns: Zellen epigenetisch reprogrammieren</span></h3>
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<p>Die Informationstheorie des Alterns nach David Sinclair legt nahe, dass <strong>epigenetische Veränderungen die Ursache des Alterns</strong> sind. Diese Veränderungen führen zu einem Rauschen von Informationen, sodass das Gleichgewicht im Körper durcheinander gebracht wird, was zu den Symptomen des Alterns und Alterskrankheiten führt, die wir kennen. Was bedeutet das genau?</p>
<h4>Was ist Epigenetik?</h4>
<p>Epigenetik befasst sich mit <strong>Veränderungen in der Genaktivität</strong>, die nicht auf Veränderungen in der DNA-Sequenz selbst zurückzuführen sind. Diese Veränderungen können dazu führen, dass bestimmte Gene ein- oder ausgeschaltet werden, ohne die zugrunde liegende DNA-Sequenz zu verändern.</p>
<p>Es ist ganz normal, dass bestimmte Gene an- und ausgeschaltet sind. Davon ist beispielsweise auch abhängig, ob eine Zelle beispielsweise eine Haut- oder Muskelzelle ist: Alle Zellen eines Menschen enthalten die gleiche DNA-Sequenz, jedoch liegen <strong>unterschiedliche Abschnitte der DNA frei</strong>. Nur die frei liegenden Abschnitte werden exprimiert, sodass entsprechende Proteine entstehen, die beispielsweise als Enzyme wirken. So kann jede Zelle genau die <strong>Proteine herstellen</strong>, die diese spezifische, ausdifferenzierte Zelle benötigt.</p>
<h4>Epigenetik und das Altern</h4>
<p><strong>Mit dem Alter ändert sich jedoch, welche Abschnitte der DNA frei liegen</strong> und welche nicht (Informationsrauschen &#8211; Information, die verloren geht). Dies führt dazu, dass manche Proteine hergestellt werden, die in dieser Zelle nicht hergestellt werden sollten und manche nicht hergestellt werden, beispielsweise Enzyme zur DNA-Reparatur, die jedoch hergestellt werden sollten. Dadurch entsteht ein <strong>Ungleichgewicht der Proteine</strong>, was das Informationsrauschen vermutlich sogar noch weiter verstärkt &#8211; ein Teufelskreis.</p>
<p><strong>Epigenetische Reprogrammierung</strong>, also die Rückkehr der DNA der Zelle zu einem Zustand, in dem die relevanten Bereiche aktiviert und die anderen deaktiviert sind, könnte sich daher als Schlüssel zur Verjüngung erweisen.</p>
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<h2>Macht Verjüngungsforschung die Forschung für Behandlungen gegen Alterskrankheiten unnötig?</h2>
<p>Nein! Zwischen der Forschung an Alterskrankheiten und der Verjüngungsforschung gibt es große Schnittmengen. Beide Herangehensweisen können voneinander profitieren. Wichtig ist jedoch, anzuerkennen, dass der <strong>Ansatz, an Alterskrankheiten zu forschen, nicht ausreicht</strong>. Und dass Verjüngungsforschung ein vielversprechender Ansatz ist, dessen Finanzierung aktuell noch nicht seinem Potenzial für die Gesundheit und Langlebigkeit gerecht wird.</p>
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<h2>Quellen</h2>
<ol>
<li>Statistisches Bundesamt. (n.d.). <i>Ausgaben, Einnahmen und Personal der öffentlichen und öffentlich geförderten Einrichtungen für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung &#8211; Fachserie 14 Reihe 3.6 &#8211; 2020 (Letzte Ausgabe &#8211; berichtsweise eingestellt)</i>. [online] Available at: <a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Forschung-Entwicklung/Publikationen/Downloads-Forschung-Entwicklung/ausgaben-einnahmen-personal-2140360207004.pdf?__blob=publicationFileAusgaben">https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Forschung-Entwicklung/Publikationen/Downloads-Forschung-Entwicklung/ausgaben-einnahmen-personal-2140360207004.pdf?__blob=publicationFileAusgaben</a> [Accessed 26 Apr. 2024].</li>
<li>Zenin, A., Tsepilov, Y., Sharapov, S., Getmantsev, E., Menshikov, L.I., Fedichev, P.O. and Aulchenko, Y. (2019). Identification of 12 genetic loci associated with human healthspan. <i>Communications Biology</i>, [<a href="https://www.nature.com/articles/s42003-019-0290-0">online</a>] 2(1). doi:https://doi.org/10.1038/s42003-019-0290-0.</li>
<li>Crimmins, E.M. (2015). Lifespan and Healthspan: Past, Present, and Promise. <i>The Gerontologist</i>, [<a href="https://academic.oup.com/gerontologist/article/55/6/901/2605490">online</a>] 55(6), pp.901–911. doi:https://doi.org/10.1093/geront/gnv130.</li>
<li>Collerton, J., Davies, K., Jagger, C., Kingston, A., Bond, J., Eccles, M.P., Robinson, L.A., Martin-Ruiz, C., von Zglinicki, T., James, O.F.W. and Kirkwood, T.B.L. (2009). Health and disease in 85 year olds: baseline findings from the Newcastle 85+ cohort study. <i>BMJ</i>, [<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20028777/">online</a>] 339(dec22 1), pp.b4904–b4904. doi:https://doi.org/10.1136/bmj.b4904.</li>
<li>Sinclair, D.A. and LaPlante, M.D. (2019). <i>Das Ende des Alterns</i>. Dumont Buchverlag, p.124.</li>
</ol>
<p>Verfasser: Sandra</p>
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		<title>Reicht ein gesunder Lebensstil aus, um nicht zu altern?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sandra]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Dec 2023 16:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[science]]></category>
		<category><![CDATA[Altern]]></category>
		<category><![CDATA[Alterungsprozess]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bisher ist der Prozess des Alterns ein unausweichlicher Teil des menschlichen Lebens. Mit dem Fortschreiten der Zeit unterliegt der menschliche Körper Veränderungen auf zellulärer und molekularer Ebene, die schließlich zu sichtbaren Anzeichen des Alterns führen &#8211; bis hin zu Alterskrankheiten. Ein gesunder Lebensstil, der regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und den Verzicht [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bisher ist der Prozess des Alterns ein unausweichlicher Teil des menschlichen Lebens. Mit dem Fortschreiten der Zeit unterliegt der menschliche Körper Veränderungen auf zellulärer und molekularer Ebene, die schließlich zu sichtbaren Anzeichen des Alterns führen &#8211; bis hin zu <strong>Alterskrankheiten</strong>. Ein gesunder Lebensstil, der regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und den Verzicht auf schädliche Gewohnheiten, beispielsweise das Rauchen, beinhaltet, wird oft als <strong>Schlüssel zur Verlangsamung des Alterungsprozesses</strong> betrachtet. Aber reicht ein gesunder Lebensstil tatsächlich aus, um nicht mehr zu altern und den Alterungsprozess zu stoppen? Und falls nicht: Sorgt ein gesunder Lebensstil wenigstens für eine signifikante Verlangsamung des Alterungsprozesses?</p>
<h2>Warum altern wir?</h2>
<h3>Der biologische Alterungsprozess</h3>
<p>Der biologische Alterungsprozess ist ein komplexes Zusammenspiel aus <strong>genetischen Faktoren, Umwelteinflüssen und Lebensstilfaktoren</strong>. Im Laufe der Zeit verlieren Zellen an Funktionsfähigkeit, und der Körper wird <strong>anfälliger für Krankheiten</strong> und degenerative Veränderungen. Um diesen Prozess zu beeinflussen, gibt es einige Faktoren, die die Geschwindigkeit, mit der der Prozess voranschreitet, beeinflussen können. Zunächst schauen wir uns jedoch an, wie sich Altern in Subkategorien unterteilen lässt.</p>
<h3>Primäres Altern</h3>
<p>Grundsätzlich wird zwischen primärem und sekundärem Altern unterschieden. Das primäre Altern wird durch <strong>zelluläre Alterungsprozesse</strong> hervorgerufen und definiert somit die <strong>maximal erreichbare Lebensspanne für eine Spezies</strong>. Primäres Altern beinhaltet die <strong>biologischen Prozesse</strong>, die natürlicherweise im Körper ablaufen und dafür sorgen, dass wir altern. Beispielsweise benötigt unser Körper für u. a. die Muskelkontraktion ATP, welches in den Mitochondrien hergestellt wird. Durch die Herstellung von ATP werden jedoch freie Radikale frei, die über die Zeit dafür sorgen, dass die mitochondriale DNA mutiert. Dadurch können die Mitochondrien nicht mehr auf dem ursprünglichen Wege (oxidative Phosphorylierung + Citratzyklus) ATP herstellen, sondern nur noch durch den Citratzyklus, wodurch ein Überschuss an Elektronen entsteht, was diverse Zellschäden verursacht, die zur Alterung beitragen. Wir können noch so gesund leben, diesen Alterungsprozess werden wir nicht durch einen gesunden Lebensstil verhindern können, da jeder von uns ATP benötigt und durch die Herstellung von ATP automatisch freie Radikale entstehen, die mit der Zeit in Zellschäden resultieren.</p>
<h3>Sekundäres Altern</h3>
<p>Der sekundäre Alterungsprozess kann beispielsweise Folge von Krankheiten, Bewegungsmangel, schlechter Ernährung, schlechter Luft oder dem Konsum von Suchtmitteln sein. Er tritt als <strong>Folge eines (ungesunden) Lebensstils</strong> auf. Sekundäres Altern ist also der Teil des Alterns, der sich tatsächlich <strong>durch einen gesunden Lebensstil verhindern</strong> lässt.</p>
<h3>Kann man primäres und sekundäres Altern voneinander abgrenzen?</h3>
<p>Die beiden Subkategorien dienen eher dazu, deutlich zu machen, dass es Alterungsprozesse gibt, die sich nicht durch einen gesunden Lebensstil beeinflussen lassen, sondern natürlich in unserem Körper ablaufen, egal wie gesund wir leben. In Realität ist es jedoch so, dass auf molekularer oder zellulärer Ebene bei primärem oder sekundärem Altern nicht wirklich unterschiedliche biologische Veränderungen ablaufen. Es ist eher so, dass <strong>ein schlechter Lebensstil den Alterungsprozess beschleunigt</strong>, der von Natur aus abläuft und sich ohne künstlichen Eingriff nicht verhindern lässt.</p>
<h3>Grenzen eines gesunden Lebensstils</h3>
<p>Wer also einen gesunden Lebensstil anstrebt, um nicht zu altern, verhindert lediglich den Teil des Alterns, der zusätzlich zum natürlichen Alterungsprozess passiert, nicht jedoch den natürlichen Alterungsprozess selbst. Und das ist der Punkt, an dem Verjüngungsforschung ansetzt.</p>
<h2>Verjüngungsforschung und primäres Altern</h2>
<p>Verjüngungsforschung hat zum Ziel, das Altern rückgängig zu machen. Im Unterschied zu Menschen, die darauf abzielen, mithilfe von gesunder Lebensführung sekundäres Altern zu verhindern, zielt Verjüngungsforschung darauf ab, <strong>zusätzlich zum sekundärem Altern auch das primäre Altern rückgängig zu machen</strong>. Da primäres Altern maßgeblich für die maximale Lebensspanne ist, die eine Spezies erreichen kann, würde erfolgreiche Verjüngungsforschung nicht nur für ein gesünderes Leben sorgen, sondern sogar<strong> für ein verlängertes, gesünderes Leben</strong>. Wenn regelmäßig Verjüngungstherapien angewendet und verbessert werden, wäre es sogar denkbar, dass die<strong> maximale Lebensspanne signifikant steigt</strong> (<a href="https://verjuengungsforschung.de/user-thema">Longevity Escape Velocity</a>).</p>
<h2>Sorgt ein gesunder Lebensstil wenigstens für eine signifikante Verlangsamung des Alterungsprozesses?</h2>
<p>Zunächst: Diese Frage lässt sich nicht leicht beantworten und vielleicht ist es deshalb bisher auch noch nicht so bekannt, dass ein gesunder Lebensstil einen vergleichsweise geringen Effekt hat. Aber was macht es so schwer, diese Frage zu beantworten?</p>
<p>Um eine fundierte Antwort auf diese Frage zu geben, müssten alle <strong>Möglichkeiten eines gesunden Lebensstils</strong> betrachtet werden. Zudem bräuchte man Messwerte, inwiefern dieser oder jener Lebensstil die <strong>mittlere und maximale Lebensspanne</strong> beeinflusst. Um jedoch den Einfluss auf die Lebensspanne beim Menschen zu erfassen, müsste eine entsprechende Studie mehrere Jahrzehnte lang laufen &#8211; und davon gibt es bisher noch nicht viele. Wir haben uns für euch trotzdem mal das verfügbare Datenmaterial angeschaut.</p>
<h3>Kalorienrestriktion als eine der wirksamsten Lifestyle-Interventionen</h3>
<p>Kalorienrestriktion ist die <strong>Reduzierung der Energieaufnahme ohne Mangelernährung</strong>. Sie gilt als einer der wirksamsten Lebensstile für ein langes, gesundes Leben.</p>
<blockquote>
<p>Calorie restriction (CR) is, to date, the most successful intervention to delay ageing progression or the development of age‐related chronic diseases.<sup>1</sup></p>
</blockquote>
<p>Und dennoch <strong>verlängert Kalorienrestriktion die Lebenserwartung vermutlich nur um 2-3 Jahre</strong>.<sup>2</sup></p>
<p>Die Intervention also, die als am wirksamsten gilt, hat wahrscheinlich nur einen lebensverlängernden Effekt von 2-3 Jahren. Dieser Effekt ist so gering, dass die meisten Leute wohl in Kauf nehmen würden, 2-3 Jahre kürzer zu leben, statt ihre Kalorienzufuhr zu verringern. Denn es ist oft nicht einfach, seine Kalorienzufuhr zu reduzieren oder kann mit der Zeit teuer werden, wenn man stattdessen sogenannte <strong>CMR (caloric restriction mimetics)</strong> einnimmt, die die positiven Effekte der Kalorienrestriktion erzeugen sollen, ohne dass man auf seine Kalorienzufuhr achten muss.</p>
<h3>Blue Zones &#8211; Regionen der Langlebigkeit</h3>
<p>Blue Zones sind sogenannte Regionen, in denen die dort lebenden Menschen<strong> durchschnittlich älter</strong> werden als der Durchschnitt der Menschen, die in anderen Regionen wohnen. Die Werte, die dies belegen, basieren meist auf <strong>demographischen</strong> Daten. Zu den Blue Zones gehören beispielsweise <strong>Okinawa</strong> in Japan, <strong>Sardinien</strong> in Italien und <strong>Loma Linda</strong> in den Vereinigten Staaten.</p>
<p>Blue Zones sind deshalb so interessant, weil man sich den Lebensstil der dort lebenden Menschen anschauen und so Rückschlüsse ziehen kann, <strong>welcher Lebensstil besonders gesund</strong> ist, indem man den Lebensstil der verschiedenen Blue Zones miteinander vergleicht, um Schnittstellen zu finden, oder indem man Unterschiede zu den Regionen sucht, die keine Blue Zones sind.</p>
<p>Es kann also davon ausgegangen werden, dass Leute, die in den Blue Zones leben, mit ihrem Lebensstil sehr viel &#8222;richtig&#8220; machen. Wie viel älter werden diese Menschen also, die sehr viel richtig machen, also sehr gesund leben?</p>
<p>Die mittlere Lebenserwartung der Einwohner von Okinawa ist im Jahr 1995 <strong>1,5 Jahre</strong> höher als die der Einwohner des japanischen Festlands, der Unterschied in der maximalen Lebenserwartung beträgt <strong>3,8 Jahre</strong>. Verglichen mit Amerikanern ist die mittlere Lebensspanne um<strong> 4,9 Jahre höher</strong> &#8211; immer noch sehr wenig.<sup>3</sup></p>
<p>Selbst die Menschen, die also sehr gesund leben &#8211; wie auch immer ihr gesunder Lebensstil aussieht &#8211; leben im Schnitt nur 5 Jahre länger als Menschen, die einen durchschnittlichen Lebensstil führen.</p>
<p>Ein anderer (möglicherweise noch einfacherer) Weg, die Auswirkung einer gesunden Lebensführung mit heutigen Mitteln zu messen, ist ein Vergleich der Lebenserwartung verschiedener Länder. Japan zum Beispiel ist dafür bekannt, auch insgesamt eine der höchsten Lebenserwartungen der Welt zu haben. Gründe dafür sind das gut ausgebaute Gesundheitswesen, die hohen Hygienestandards und vor allem die gesunde Ernährung: viel Gemüse, Fisch, Meeresfrüchte, Reis und grüner Tee. Dennoch ist <strong>Japan</strong>, obwohl es in der Liste aller Länder nach durchschnittlicher Lebenserwartung auf <strong>Platz 4</strong> liegt, den <strong>USA</strong>, die nur auf <strong>Platz 48</strong> liegen, <strong>lediglich um 4,2 Jahre voraus</strong>.<sup>4</sup></p>
<h2>Fazit: Reicht es aus, gesund zu leben, um nicht zu altern? Reicht es wenigstens aus, gesund zu leben, um gesund zu altern?</h2>
<p>Nein! <strong>Ein gesunder Lebensstil verhindert lediglich sekundäres Altern</strong>, was &#8211; wie die Bezeichnung bereits ausdrückt &#8211; nicht der &#8222;Hauptalterungsprozess&#8220; ist, sondern diesen lediglich beschleunigt. Mit einem gesunden Lebensstil verhinderst du also nur, dass der Alterungsprozess, der sowieso abläuft, noch schneller abläuft. <strong>Ein gesunder Lebensstil kann die Geschwindigkeit des Alterungsprozesses beeinflussen, aber er kann ihn nicht aufhalten.</strong> So ergeben sich auch die 3-5 Jahre, die man mit heutigen Maßnahmen für einen &#8222;gesunden Lebensstil&#8220; dazugewinnen kann.</p>
<p>Ob das für einen selbst reicht, man also keine Notwendigkeit sieht, sich statt des gesunden Lebensstils oder zusätzlich dazu für mehr Verjüngungstherapien einzusetzen, obwohl Verjüngungstherapien primäres Altern rückgängig machen könnten und so potenziell für eine beträchtlich höhere Erhöhung der maximalen Lebensspanne sorgen könnten, muss jeder für sich selbst entscheiden. </p>
<h3><span style="text-decoration: underline;">Quellen</span></h3>
<ol>
<li>López-Lluch G, Navas P. Calorie restriction as an intervention in ageing. J Physiol. 2016 Apr 15; 594(8): 2043-60. doi: 10.1113/JP270543. <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4834802/">https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4834802/</a> (zuletzt aufgerufen: 06.12.2023)</li>
<li>de Grey AD. The unfortunate influence of the weather on the rate of ageing: why human caloric restriction or its emulation may only extend life expectancy by 2-3 years. Gerontology. 2005 Mar-Apr; 51(2): 73-82. doi: 10.1159/000082192. <a href="https://karger.com/ger/article-abstract/51/2/73/146767/The-Unfortunate-Influence-of-the-Weather-on-the?redirectedFrom=fulltext">The Unfortunate Influence of the Weather on the Rate of Ageing: Why Human Caloric Restriction or Its Emulation May Only Extend Life Expectancy by 2–3 Years | Gerontology | Karger Publishers</a> (zuletzt aufgerufen: 06.12.2023)</li>
<li>Willcox BJ, Willcox DC, Todoriki H, Fujiyoshi A, Yano K, He Q, Curb JD, Suzuki M. Caloric restriction, the traditional Okinawan diet, and healthy aging: the diet of the world’s longest-lived people and its potential impact on morbidity and life span. Ann N Y Acad Sci. 2007 Oct; 1114: 434-55. doi: 10.1196/annals.1396.037. <a href="https://citeseerx.ist.psu.edu/document?repid=rep1&amp;type=pdf&amp;doi=d60c36654c81af95c02fdf8e428971fab2f392c6">https://citeseerx.ist.psu.edu/document?repid=rep1&amp;type=pdf&amp;doi=d60c36654c81af95c02fdf8e428971fab2f392c6</a> (zuletzt aufgerufen: 06.12.2023)</li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_L%C3%A4ndern_nach_durchschnittlicher_Lebenserwartung">https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_L%C3%A4ndern_nach_durchschnittlicher_Lebenserwartung</a> (zuletzt aufgerufen: 06.12.2023)</li>
</ol>
<p>Verfasser: Sandra</p>
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